Tempomat Bedienung

 

Die Bedienung des Tempomats GR 2 erfolgt über mehrere Bedienelemente:

Hauptschalter

Der Hauptschalter ist als Taster ausgeführt. Nach Schalten des Zündschloßes in Stellung 1 oder 2 bewirkt eine Betätigung des Hauptschalters die Bereitschaltung des Tempomats. Die Bereitschaltung ist eine Systemvorbereitung (Scharfschaltung), die vor einem Einschalten des Tempomats zwingend vorgenommen werden muß. Dies soll das Einschalten des Tempomats durch eine versehentliche Betätigung eines Bedienelementes verhindern.

Die Tempomat-Bereitschaft wird über eine Leuchtdiode in der Instrumentenkombination angezeigt.

Nach der Bereitschaltung und nach Erfüllen aller Einschaltbedingungen kann der Tempomat durch Betätigung der Taste "Beschleunigen" in Betrieb genommen werden.

Eine nachfolgende Betätigung des Hauptschalters bewirkt die Aufhebung der Tempomat-Bereitschaft. Eine geregelte Tempomat-Fahrt ist dann ausgeschlossen. Die Wegnahme der Tempomat-Bereitschaft kann jederzeit, unabhängig vom jeweiligen Fahrzeugzustand ausgeführt werden. Das gleiche Verhalten ergibt sich, wenn das Zündschloß in Stellung 0 geschaltet wird, oder wenn ein Systemfehler vom Tempomat-Steuergerät erkannt wird.

Beschleunigen

Die Betätigung der Taste "Beschleunigen" am Lenkrad ermöglicht das Einschalten des Tempomats. Bei dauerhafter Betätigung der Taste erfolgt zusätzlich eine Geschwindigkeitserhöhung mit komfortablem Beschleunigungsverlauf.

Das Einschalten des Tempomats erfolgt allerdings nur, wenn alle Einschaltbedingungen erfüllt sind. Die Einschaltbedingungen lauten:

Nach Loslassen der Taste ist eine Konstantfahrt mit der erreichten Momentangeschwindigkeit wirksam.

Verzögern

Die Betätigung der Taste "Verzögern" am Lenkrad ermöglicht eine Geschwindigkeitsreduzierung aus geregelter Tempomat-Fahrt. Hierbei ist das Verzögerungsvermögen des Fahrzeugs wirksam. Die Drosselklappe wird vom momentanen Zustand in die Leerlaufposition zurückgeführt. Dabei ergibt sich eine kontinuierliche Geschwindigkeitsreduzierung, sofern die Bremsmomente des Motors und die Geländeformation dies ermöglichen.

Der Vorgang ist wirksam, solange die Taste "Verzögern" betätigt wird. Eine Unterschreitung der Mindestgeschwindigkeit ist allerdings nicht möglich. Hierdurch ist ein gezieltes Anfahren der Mindestgeschwindigkeit gegeben.

Nach Loslassen der Taste ist eine Konstantfahrt mit der erreichten Momentangeschwindigkeit wirksam.

Ein Abbruch des Verzögerungsvorgangs erfolgt durch das Auftreten einer Abschaltbedingung:

Wiederaufnahme

Die Betätigung der Taste "Wiederaufnahme" ermöglicht das Einschalten des Tempomats und ein automatisches Anfahren eines bereits gespeicherten Geschwindigkeitswertes mit vorgegebem Beschleunigungsverlauf und anschließender Konstantfahrt. Das Anfahren eines gespeicherten Geschwindigkeitswertes erfolgt ausschließlich aus ungeregelter Fahrt durch eine Betätigung der Taste "Wiederaufnehmen".

Tip-Up, Tip-Down

Die Ausführung der beiden Funktionen erfolgt ausschließlich bei geregelter Konstantfahrt. Die entsprechende Taste darf nicht länger als 0,5 s betätigt werden. Bei einer längeren Betätigung werden die normalen Funktionen "Beschleunigen" oder "Verzögern" ausgeführt.

Komfortabschaltung

Eine Betätigung der Taste "Aus" bewirkt ein weiches Abschalten der Geschwindigkeitsregelung.

Nach dem Ereichen der Leerlaufposition, spätestens aber nach Ablauf von 2 s, erfolgt eine Aufhebung des Kraftschlusses zwischen Drosselklappe und Stelleinheit durch Abschalten der Stellgliedkupplung. Bis zum nächsten Einschalten des Tempomats verbleibt das Stellglied in diesem Zustand.

Schnellabschaltung

Die Schnellabschaltung hebt den Kraftschluß zwischen Stelleinheit und Drosselklappe durch Öffnen der Stellgliedkupplung auf. Dieser Vorgang erfolgt in 0,5 s.

Aus Sicherheitsgründen wird zusätzlich der Stellmotor bis zum Erkennen des Zustandes "Stellgliedkupplung geöffnet" in Richtung Drosselklappe bestromt.

Die Auslösung dieser Abschaltung erfolgt durch:

Getriebeschnittstelle

Zur Verwirklichung eines komfortablen Fahrverhaltens für geregelte Konstantfahrt, Beschleunigungs- und Verzögerungsvorgänge ist eine Verbindung zwischen Getriebe- und Tempomat-Steuergerät für Automatikfahrzeuge vorhanden.

Auf Anforderung des Tempomat-Steuergerätes erfolgt eine Umschaltung auf ein spezielles Getriebeprogramm für geregelte Fahrt. Dieses Getriebeprogramm gewährleistet, daß wiederholte Gangwechsel zwischen benachbarten Gangstufen vermieden werden.

Das Getriebeprogramm berücksichtigt folgende Fahrzustände:

Fahrzustand

Getriebeabstimmung

Konstantfahrt

Komfortbetont, niedriges Drehzahlniveau

Wiederaufnahme

Komfortbetont, niedriges Drehzahlniveau

Beschleunigen

Auslegung auf maximale Zugkraft

Verzögern

Vermeiden von Hochschalten für optimales Verzögerungsvermögen

Der Informationsaustausch zwischen Tempomat-Steuergerät und Getriebesteuergerät erfolgt über eine Eindrahtleitung vom Tempomat-Steuergerät zum Getriebesteuergerät. Die Datenübertragung beginnt mit dem Anlegen der Steuergeräte-Versorgungsspannung. Dabei hat der Tempomat-Hauptschalter keinen Einfliuß auf den Start und das Ende der Datenübertragung.

Liegt ein Übertragungsfehler vor, so ist dies für die Getriebesteuerung gleichbedeutend mit dem Zustand "Geschwindigkeitsregelung passiv". Werden nach einem Übertragungsfehler wieder korrekte Signale empfangen, werden diese von der Getriebesteuerung wieder berücksichtigt.