Variabler Ventiltrieb / Valvetronic

Folgende Adaptionen/Prüfungen können unabhängig voneinander in diesem Testmodul durchgeführt werden:

Lernen der Anschlagpositionen

Um die richtige Ventilöffnungshöhe zu erreichen, müssen alle Toleranzen im Ventiltrieb durch eine Adaption ausgeglichen werden. Bei diesem Lernvorgang wird langsam an die mechanischen Verstellgrenzen der Exzenterwelle gefahren. Die damit erreichten Positionen werden gespeichert und dienen in jedem Betriebspunkt als Grundlage zur Berechnung des momentanen Ventilhubs.

Der Lernvorgang läuft automatisch ab, falls z.B. nach einer Reparatur ein Unterschied zwischen der letzten Abstellposition und der neuen Startposition (bei Klemme 15 ein) erkannt wird. Auch kann die Adaption über den DIS-plus-Tester angefordert werden.

Nach dem Einleiten des Lernvorgangs über den DIS-plus-Tester ist kurz ein Verstellgeräusch aus dem Motorraum zu hören. Ob die Adaption richtig abgelaufen ist, wird von der DME zurückgemeldet.

Zum Lernen der Anschlagposition können auch Fehler im Fehlerspeicher der DME erscheinen, dazu existiert ein Testmodul.

Laufunruhemessung

Die Laufunruhemessung dient zur Erkennung von Drehungleichförmigkeiten der einzelnen Zylinder. Dabei wird die Laufunruhemessung zuerst bei dem kleinsten möglichen Ventilhub durchgeführt. Anschließend wird die Laufunruhemessung bei maximal möglichem Ventilhub durchgeführt.

Falls sich die Laufunruhewerte der einzelnen Zylinder beim kleinsten Hub stark unterscheiden, bei größtem Hub aber nicht voneinander abweichen, so ist die Ursache eine ungleiche Füllung der Zylinder. Entweder ist die Mechanik des variablen Ventiltriebs verschlissen oder durch Verkokung der Ventile ergibt sich bei minimaler Öffnung ein Unterschied im Luftdurchsatz der Ventile.

Unterscheiden sich die Laufunruhewerte der Zylinder sowohl bei Minimal- als auch bei Maximalhub, so ist die Ursache nicht beim variablen Ventiltrieb zu suchen, sondern hat andere Ursachen wie Einspritzventile oder Zündung. Auch können Kolbenringe, HVA-Elemente oder starke Verkokung die Ursache sein. Bei Beanstandung sollte auch noch die Kompressionsprüfung wie nachfolgend beschrieben durchgeführt werden.

Kompressionsprüfung

Die Kompressionsprüfung dient zur Erkennung unterschiedlicher Zylinderfüllung bei den einzelnen Zylindern. Dabei wird die Kompressionsprüfung zuerst bei dem kleinsten möglichen Ventilhub durchgeführt. Anschließend wird die Kompressionsprüfung bei maximal möglichem Ventilhub durchgeführt.

Falls sich die Kompressionswerte der einzelnen Zylinder beim kleinsten Hub stark unterscheiden, bei größtem Hub aber nicht voneinander abweichen, so ist die Ursache eine ungleiche Füllung der Zylinder. Entweder ist die Mechanik des variablen Ventiltriebs verschlissen oder durch Verkokung der Ventile ergibt sich bei minimaler Öffnung ein Unterschied im Luftdurchsatz der Ventile.

Unterscheiden sich die Kompressionswerte der Zylinder sowohl bei Minimal- als auch bei Maximalhub, so ist die Ursache nicht beim variablen Ventiltrieb zu suchen, sondern hat andere Ursachen, z.B. Kolbenringe, HVA-Elemente oder starke Verkokung.

Verstellen über gesamten Bereich (ab 09/01)

Mit dieser Funktion wird der Motor in den gedrosselten Betrieb gebracht, d.h. die Drosselklappe übernimmt die Regelung der Ansaugluftmenge. Der variable Ventiltrieb wird unabhängig davon langsam von Minimal- bis Maximalhub gefahren.

Durch das langsame Verstellen kann eine sporadisch vorhandene Schwergängigkeit in der Mechanik des variablen Ventiltriebs diagnostiziert werden. Deswegen folgt dem Verstellen das Auslesen des Fehlerspeichers mit Verweis auf die entsprechenden Testmodule.

Variabler Ventiltrieb Bankabgleich (nur 8 Zylinder, N62)

Durch Bauteil- und Fertigungstoleranzen kann unter ungünstigen Umständen die Ausgangslage der Exzenterwellen von Bank 1 und Bank 2 des Valvetronic voneinander geringfügig abweichen.

Das heißt, der berechnete Hub der Einlassventile ist auf beiden Bänken gleich, der tatsächliche Hub ist jedoch unterschiedlich. Diese Abweichung kann bei entsprechender Ausprägung zu unruhigem Motorlauf führen.

Anhand charakteristischer Größen kann die DME unterschiedlichen Hub an den beiden Bänken erkennen. Unter bestimmten äußeren Bedingungen werden daraufhin die Exzenterwellen so adaptiert, dass die tatsächlichen Hübe auf beiden Bänken gleich sind. Diese Funktion wird als Bankabgleich bezeichnet. Der Bankabgleich kann beim N62 Motor ebenso mit der Servicefunktion angefordert werden.