IHKA Integrierte Heiz-Klima-Automatik
RR
Mit der IHKA kann das Raumklima
im Fahrzeug individuell an die Bedürfnisse der Insassen
angepasst werden. Informationen zwischen den beteiligten Fahrzeugkomponenten
und dem Steuergerät der IHKA werden über den Datenbus Karosserie-CAN
SYSTEM ausgetauscht.
Hauptfunktionen (siehe entsprechende Einzelfunktionsbeschreibung)
- Temperaturregelung
- Luftverteilung
- Luftmengenregelung
- Automatische Umluft-Control
- Scheibenautomatik (DEFROST)
- Heckscheibenheizung
Komponenten
Steuergerät/Bedienteil
Das IHKA-Steuergerät erfasst die Signale
der IHKA-Komponenten und steuert bzw. regelt den Heizungs- und
Klimatisierungsprozess. Das IHKA-Steuergerät veranlasst das
Ein- bzw. Ausschalten der Heckscheibenheizung durch das
Powermodul.
Das Steuergerät fungiert zugleich als Bedienteil:
Die Temperaturwähler für Fahrer- und Beifahrerbereich,
sowie das Stellrad für die Scheibenautomatik sind integriert.
Die Gebläsesteller für Fahrer- und Beifahrerbereich,
sowie der Dreitastenblock für Umluft, Heckscheibenheizung
und Klima AUS sind über Steckverbindungen an der Vorderseite direkt
mit dem Steuergerät verbunden.
Es gibt keine Unterscheidung für Links- und
Rechtslenker: Das Steuergerät/Bedienteil liegt für
beide Fahrzeuge auf derselben Fahrzeugkoordinate.
Fondbedienteil
Das Fondbedienteil besitzt keinen eigenen Prozessor,
sondern nur Schaltelemente. Es ist über eine 12-polige
Leitung direkt mit dem Steuergerät verbunden.
Die Temperaturwähler für hinten links
und rechts sind in das Fondbedienteil integriert.
Heiz-Klimagerät
Das Klimagerät der IHKA ist unter der Instrumentenkombination
an der Stirnwand in der Mitte verbaut.
Das Klimagerät erfüllt die Aufgaben:
- Erzeugung und Regelung
der Luftmenge
- Luftverteilung, Luftmischung (Schichtung)
und Luft-Entfeuchtung
- Übertragung der vom Kühlwasserkreislauf
gelieferten Wärmeleistung
- Übertragung der vom Kältemittelkreislauf
erzeugten Kälteleistung
Das Klimagerät setzt sich aus folgenden Komponenten/Funktionseinheiten
zusammen:
- Verdampfer und Verdampferfühler
Die Temperaturregelung am Verdampfer erfolgt durch das
Steuergerät. Der Verdampfer-Temperaturregler arbeitet
unabhängig von anderen Regelkreisen mit festgelegten Stellgrößen.
Die am Verdampfer austretende Kaltluft wird mit Hilfe des Wärmetauschers
auf die gewünschte Temperatur angehoben.
- Heizungswärmetauscher und Wärmetauscherfühler
- Expansionsventil
Das Expansionsventil ist am Verdampfer verbaut. Das Expansionsventil
regelt die in den Verdampfer eingespritzte Menge des flüssigen
Kältemittels. Die Dosierung ist so, dass nur so viel flüssiges
Kältemittel in den Verdampfer gelangt, wie restlos verdampft
werden kann.
- Klappen mit Antrieb und Mechanik
Die Klappen dienen zur Luftverteilung und zur Mischung
von Warm- und Kaltluft.
Frischluftklappe: Mit dieser Klappe
wird die vom Gebläse angesaugte Reinluftmenge reguliert.
Damit die Klappe im automatischen Umluftbetrieb (AUC-Betrieb)
besonders schnell geschlossen werden kann, wird sie von einem Schnellläufer-Antrieb
bewegt. Die Frischluftklappe dient auch zur Staudruckkompensation.
Umluftklappe: Die Umluftklappe
ist als Jalousie mit drei Lamellen ausgeführt. Mit der
Umluftklappe wird der angesaugte Umluftanteil reguliert.
Fußraumklappe: Mit der
Fußraumklappe wird die Luftmenge in die vorderen und hinteren
Fußräume gesteuert. Die vorderen und hinteren
Fußräume links und rechts werden getrennt versorgt.
Fondraum-Belüftungsklappe: Mit
den Fondraum-Belüftungsklappen (linke und rechte
getrennt) werden die Luftmenge an den Fond-Belüftungsauslässen
sowie die Temperatur (Fondschichtung) eingestellt.
Entfrostungsklappen (DEFROST): Mit
den beiden gekoppelten Entfrostungsklappen
wird die Luftmenge zur Frontscheibe geregelt.
Warmluft-/Kaltluftklappe:Mit
den Warmluft-/Kaltluftklappen wird die Luftmenge an den
Kugelausströmern geregelt. Mit den Warmluft-/Kaltluftklappen
wird auch die Temperatur geschichtet. Im Zusammenspiel des jeweiligen
Klappenpaares werden die Luftmenge und die Temperatur gleichzeitig
geregelt. Die Funktionen links und rechts sind getrennt.
An den Klappenantrieben werden
unterschiedliche Schrittmotoren zu bestimmten
Zwecken verwendet.
Schnellläufer: Der Schnellläufer
wird nur an der Frischluftklappe verwendet. Die
Wicklungen dieses Motors werden von der Steuerelektronik mit einer Schrittfrequenz
bis 5oo Hz angesteuert.
MUX-Motoren: Die MUX-Motoren
werden an allen anderen Klappen verwendet. MUX-Motoren
sind zur Steuerung der Wicklungen mit einem integrierten Schaltkreis
versehen. Der integrierte Schaltkreis ist Bus- und diagnosefähig.
Alle MUX-Motoren und der Gebläseregler werden über
einen gemeinsamen Motoren-Bus (MUX-Bus) von der
Steuerelektronik angesteuert. Von den integrierten Schaltkreisen
gemeldete Fehler werden in der Steuerelektronik registriert und führen
zur Unterbrechung der Ansteuerung.
Jeder Antrieb wird bei der Herstellung unveränderbar
adressiert. Dadurch ist eine eindeutige Unterscheidung
bei der Bus-Kommunikation möglich. Wegen der individuellen
Adressierung sind die Motoren nicht untereinander austauschbar.
- Gebläse mit Regler
Gebläse: Das Gebläse
ist mit dem Gebläsemotor als Baueinheit im Handschuhfachbereich
verbaut. Das Gebläse kann vom Motor getrennt werden. Weil
das Gebläse auf der Beifahrerseite verbaut ist, gibt es Varianten
für Links- und
Rechtslenkerfahrzeuge.
Regler: Der Regler ist am Gehäuse
des Gebläsemotors montiert. Der Regler wird von der Steuerelektronik
im Bedienteil der IHKA über den MUX-Bus wie die
MUX-Motoren angesteuert. Der Regler ist eigendiagnosefähig.
Die Diagnoseinformationen werden zur Steuerelektronik zur Auswertung übertragen. Wenn
die Eigendiagnose einen Fehler erkennt, der zur Überhitzung
von Bauteilen führen würde, wird der Strom verringert
oder abgeschaltet, bis das Fehlerkriterium entfallen ist.
Das Gebläse saugt die Luft in Abhängigkeit
von der Klappenstellung entweder
- über die Filter
und den Reinluftkanal o d e r
- über die Umluftklappe an.
Je nach Betriebszustand kann auch auf beiden Wegen Luft
angesaugt werden.
Kältemittelverdichter (KMV)
Der Kältemittelverdichter (KMV) verdichtet das
vom Verdampfer angesaugte Kältemittelgas und drückt
es zum Kondensator. Der Kältemittelverdichter läuft
immer mit dem Fahrzeugmotor mit. Aufgrund seines Aufbaus und wegen
der Ansteuerung eines Regelventiles mit pulsweitenmodulierten Signalen
von der Steuerelektronik ist eine stufenlose Leistungsregelung möglich.
Zur Lastreduzierung wird immer nur die gerade benötigte
Kälteleistung erzeugt. Die Regel- und Schaltkriterien
dazu sind:
- KMV-Drehzahl
(Motordrehzahl)
- KMV-Lastmoment (von IHKA an DME)
- Drehmomentbegrenzung (von DME zur IHKA: mögliche
Einschränkung des Lastmoments bei Kick-down-Betrieb
oder zu hoher Kühlmitteltemperatur)
- Kältemittel-Druckbegrenzung
Der Informationsaustausch zwischen IHKA und DME erfolgt über
den Datenbus Karosserie-CAN SYSTEM.
HINWEIS: Ein Kompressoreinlauf muss unbedingt durchgeführt
werden bei:
- Erstinbetriebnahme der
IHKA
- Austausch des KMV Kältemittelverdichters
- Neubefüllung des Kühlkreislaufs
mit Kältemittel
KMV Kompressoreinlauf:Zur Sicherstellung
einer einwandfreien Schmierung des KMV muss die vom Hersteller eingefüllte Ölmenge
gleichmäßig mit dem flüssigen Kältemittel
vermischt werden. Dazu muss der KMV eine bestimmte Zeit mit einer Drehzahl
zwischen 300 U/min und 1500 U/min betrieben werden.
Wenn die Leerlaufdrehzahl des Motors 1500 U/min überschreitet,
wird die Einlaufprozedur automatisch abgebrochen und eine Meldung
ausgegeben. Die Einlaufprozedur muss dann vollständig wiederholt
werden.
Vorgaben: Beim Motorstart muss die Klimaanlage auf AUS
stehen. Klimaanlage nicht vor Aufforderung einschalten.
Folgende Schritte durchführen:
- Alle Luftauslassdüsen
der Instrumentenkombination auf AUF stellen.
- Motor starten und Leerlauf stabilisieren lassen.
- Gebläseleistung auf mindestens 75 % der
maximalen Leistung stellen.
- Klimaanlage einschalten und mindestens
2 Minuten ohne Unterbrechung laufen lassen.
Kältemitteldrucksensor
Der Drucksensor in der Druckleitung zwischen Kondensator
und Verdampfer liefert der Steuerelektronik Signale über
den Systemdruck.
Kondensator mit integriertem Trockner
Die durch Verdichtung des Kältemittelgases im
KMV erzeugte Wärmeenergie wird an der Oberfläche
des Kondensators durch Luftkühlung an die Umgebung abgegeben.
Das Kältemittel kondensiert und wird flüssig.
Im integrierten Trockner wird eventuell im Kältemittelkreislauf
vorhandenes Wasser zur Vermeidung von Korrosionsschäden gebunden.
Der Trocknereinsatz ist austauschbar. Zum Schutz vor Partikeln ist
ein Filtersieb enthalten.
Zusatzwasserpumpe
Um auch bei niedrigen Motordrehzahlen den nötigen
Wasserdurchsatz sicherzustellen, ist eine elektrische Zusatzwasserpumpe
installiert.
Wasserventile
Die Wasserventile links und rechts dienen zur Wärmetauscher-Regelung.
Die Ansteuerung der Wasserventile erfolgt mit pulsweitenmodulierten
Signalen. Die Ventilöffnungszeiten werden vom Steuergerät
in Abhängigkeit bestimmter Eingangsgrößen
(z.B. Motordrehzahl) berechnet. Sie betragen bei maximal KALT 0 ms, bei
maximal WARM 3600 ms.
Mikrofilter/Luftansaugung
In jedem der beiden Filtergehäuse für
die Luftansaugung ist ein Mikrofilter untergebracht. Der Mikrofilter
ist eine Kombination aus Partikel- und Aktivkohlefilter. Der
Aktivkohlefilter hält störende Gase und Schadgase
zurück.
Luftklappenmodule
Zusätzlich zu den im Heiz-/Klimagerät
verbauten Schrittmotoren kommen 10 weitere MUX-Motoren (s. o.)
zum Einsatz. Diese sind über zwei weitere Motoren-Busse
mit dem Steuergerät verbunden.
Die Schrittmotoren dienen zur Verstellung folgender Luftklappen:
- Belüftungsklappe
vorne links außen, Mitte, Knie und indirekt
- Belüftungsklappe vorne rechts außen,
Mitte, Knie und indirekt
- Fond-Mischklappe links und rechts
Potentiometer Ausströmer
Luftmenge und -verteilung können durch
manuellen Eingriff den Bedürfnissen der Insassen angepasst
werden. Das Steuergerät berücksichtigt hierfür
die Potentiometerstellung und steuert die Schrittmotoren an, um
die Luftklappen in die entsprechende Position zu bringen.
Hallsensoren Knie-Ausströmer
Jeweils ein Hallsensor meldet dem Steuergerät,
ob die Luftklappen an den Knie-Ausströmern auf
der Fahrer- und Beifahrerseite geöffnet oder geschlossen
werden sollen.
AUC-Sensor
Der AUC-Sensor erfasst den Schadgasgehalt der
Außenluft und meldet diesen als pulsweitenmoduliertes Signal
dem Steuergerät. Die für diesen Sensor notwendige Auswerteelektronik
ist im Sensor integriert. Der Sensor benötigt nach Fahrzeugstart immer
eine Aufheizzeit von 60 s.
Solarsensor
Auf der Instrumententafel ist ein Solarsensor angebracht.
Dieser dient zur Bereitstellung von zwei Spannungssignalen, die
der durch Solarstrahlung erzeugten Wärmebelastung der Insassen
vorne links und rechts proportional sind.
Zusatzlüfter
Der Zusatzlüfter wird zur Kühlung des
Kondensators benötigt. Die erforderliche Lüfterdrehzahl
ist vom Kältemitteldruck abhängig und wird von
der IHKA über den Datenbus Karosserie-CAN SYSTEM
an die DME übermittelt.
Bei Fahrzeuggeschwindigkeiten > 80 km/h
wird der Zusatzlüfter abgeschaltet. Bei Unterschreiten
von 70 km/h wird der Zusatzlüfter wieder eingeschaltet.
CAN-Botschaften
Die IHKA kommuniziert mit diversen anderen Steuergeräten über
den Datenbus Karosserie-CAN SYSTEM:
- DME Digitale
Motor Elektronik
Die Digitale Motor Elektronik wird über den
Datenbus Karosserie-CAN SYSTEM von der IHKA-Steuerung
über die Zuschaltung des Kältemittelverdichters informiert.
Wenn kein Abschaltkriterium (z.B. zu hohe Kühlmitteltemperatur
oder Kick-down-Betrieb) die Zuschaltung verhindert,
wird der Kältemittelverdichter von der IHKA zugeschaltet.
Bei zugeschaltetem Kältemittelverdichter ist ein Wechsel zwischen
Betrieb mit und ohne Anhebung der Leerlaufdrehzahl möglich.
Die Leerlaufdrehzahl wird erhöht, bei
- Außentemperatur ≥ 15° C
u n d einer
- Einstellung für die Stellgröße
Y links oder rechts ≤ 10 %.
Die Leerlaufdrehzahl wird nicht erhöht, bei
- Außentemperatur ≤ 13° C
u n d einer
- Einstellung für die Stellgröße
Y links oder rechts ≥ 20 %.
- LM Lichtmodul
Das LM Lichtmodul versorgt die IHKA mit Informationen über
die eingestellte Dimmung und den Lichtstatus (z.B. Abblendlicht
eingeschaltet). In Abhängigkeit von diesen Informationen
steuert die IHKA die Helligkeit der Funktions- und Suchbeleuchtung.
- PM Powermodul
Das Powermodul überwacht den Batteriezustand
und den Ruhestromverbrauch des Fahrzeugs. Es aktiviert oder deaktiviert
auch die Heckscheibenheizung je nach Ansteuerung durch die IHKA.
Informationen werden über den Datenbus Karosserie-CAN
PERIPHERIE empfangen und übertragen.
Sicherheitsfunktion
Verbraucherabschaltung
Bei Signal ”Steuerung Spitzenreduzierung Priorität” vom
Powermodul werden die Verbraucher von der IHKA-Steuerung
prioritätsabhängig in der Leistung reduziert oder abgeschaltet:
- Bei Priorität
6: Heckscheibenheizung im Taktbetrieb (nur bei Normalbetrieb)
- Bei Priorität 5: Heckscheibenheizung
im Taktbetrieb (nur bei Normalbetrieb)
- Bei Priorität 4: Heckscheibenheizung
im Taktbetrieb, Gebläse auf max. halbe Leistung
- Bei Priorität 1: Heckscheibenheizung
im Taktbetrieb, Gebläse auf max. halbe Leistung
Bei Signal ”Status Standverbraucher”- ABSCHALTEN
vom Powermodul werden die Standverbraucher von der IHKA-Steuerung
abgeschaltet.
Die Funktion DEFROST ist sicherheitsrelevant und funktioniert
immer mit maximaler Gebläseleistung.
Sleep-/Wait-/Power-Down-Mode
Sleep-Mode:Zur Erreichung
der geforderten Ruhestromaufnahme wird das Steuergerät
durch gezieltes ”Schlafenlegen” über
das Netzwerkmanagement in einen Zustand minimaler Stromaufnahme
(< 100 A) geschaltet. Zu berücksichtigen
ist hier der Wait-Mode.
Wait-Mode:Der Wait-Mode
beginnt nach Ablauf folgender Nachlaufzeiten:
Nachlaufzeit des Steuergeräts
|
Klemme 15
|
Bedingungen für Restwärme
|
3 Minuten
|
AUS
|
sind nicht erfüllt
|
15 Minuten
|
AUS
|
sind erfüllt
|
- Die Nachlaufzeit für
die Wasserventile muss abgelaufen sein (Tankstelleneffekt).
Power-Down-Mode:Mit
dem Power-Down-Befehl wird die elektrische Anlage
des Fahrzeugs zur schnellen Ruhestrommessung gezielt in einen Zustand
versetzt, den sie normalerweise nach Ablauf der Nachlaufzeit selbsttätig
einnehmen würde.
Der Befehl wird mit dem DIS-Tester erteilt.
Die Nachlaufzeit wird dadurch auf maximal 5 Sekunden verkürzt.