Mehrfach-Rückhaltesystem (MRS)

Mehrfach-Rückhaltesystem 6

Das Mehrfach-Rückhaltesystem 6 (MRS) ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Mehrfach-Rückhaltesysteme in MINI Fahrzeugen.

Das MRS hat folgende Aufgaben:

Bauteil-Kurzbeschreibung

Folgende Bauteile für das Mehrfach-Rückhaltesystem werden beschrieben (siehe auch Länderausführung):

MRS-Steuergerät

Alle Gasgeneratoren und Sensoren sind mit dem MRS-Steuergerät direkt verbunden.
Das MRS-Steuergerät wertet die Daten der Sensoren aus.
Bei einem Aufprall entscheidet das MRS-Steuergerät, ob eine Gurtstrammer- und Airbagauslösung erforderlich ist, und welche Airbags gezündet werden müssen.

Im MRS-Steuergerät sind 2 Beschleunigungssensoren eingebaut.
Über den Längsbeschleunigungssensor wird ein Front- oder Heckaufprall erkannt.
Über den Querbeschleunigungssensor wird ein Seitenaufprall erkannt.

Im MRS-Steuergerät ist ein Zündkondensator eingebaut. Wenn bei einem Aufprall die Spannungsversorgung unterbrochen wird, dient der Zündkondensator als Energiereserve für das MRS-Steuergerät.

Airbagsensor Tür vorn Fahrerseite und Tür vorn Beifahrerseite

Die 2 Airbagsensoren sind Drucksensoren. Die Airbagsensoren sind jeweils am Türinnenblech eingebaut.
Der Airbagsensor besteht aus folgenden Bauteilen:

Wenn bei einem Seitenaufprall die Türaußenhaut nach innen gedrückt wird, verkleinert sich der Türinnenraum. Somit steigt der Druck im Türinnenraum an. Dieser Druckanstieg wird vom Drucksensor gemessen. Im Elektronikbaustein werden die gemessenen Druckwerte digitalisiert. Der Elektronikbaustein sendet eine Botschaft an das MRS-Steuergerät (zyklisch übertragene Botschaft). Im MRS-Steuergerät wird die Botschaft ausgewertet.

Airbagsensor B-Säule Fahrerseite und Beifahrerseite

Die 2 Airbagsensoren in den linken und rechten B-Säulen enthalten je einen Querbeschleunigungssensor und einen Längsbeschleunigungssensor.
Über den Längsbeschleunigungssensor wird ein Front- oder Heckaufprall erkannt.
Über den Querbeschleunigungssensor wird ein Seitenaufprall erkannt.

Gurtschlossschalter

Die Gurtschlossschalter melden, ob die Sicherheitsgurte angelegt sind oder nicht. Die Gurtschlossschalter werden vom MRS-Steuergerät mit Spannung versorgt. Die Stromaufnahme des Schalters ist das Signal für die Schalterstellung (Sicherheitsgurt angelegt oder nicht angelegt). Die Gurtschlossschalter werden ab Klemme R EIN permanent überwacht.

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Erklärung

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1

Gurtschlossschalter für Beifahrergurt

2

Gurtschlossschalter für Sicherheitsgurt hinten rechts

3

Kammverbinder

5

Gurtschlossschalter für Sicherheitsgurt hinten links

5

Gurtschlossschalter für Fahrergurt

 

 

K-CAN

Karosserie-CAN

Kl. 31

Klemme 31

Kl. R

Klemme R

MRS

MRS-Steuergerät


Sitzbelegungserkennung Beifahrer

Die Sitzbelegungserkennung Beifahrer erkennt, ob der Sitz belegt oder nicht belegt ist.
Die Sitzbelegungsmatte besteht aus Leiterbahnen mit Drucksensoren. Die Leiterbahnen sind mit der Auswerteelektronik verbunden.

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1

Sitzbelegungsmatte mit Drucksensoren

2

Auswerteelektronik


Bei einer Belastung durch ein Gewicht ab ca. 12 Kilogramm ändert die Sitzbelegungsmatte ihren Widerstand. Das Signal wird über eine direkte Leitung zum MRS-Steuergerät gesendet. Das Signal wird nur für die Gurtwarnung benötigt.

Wenn der Beifahrersitz als belegt erkannt wird, ohne dass der Gurtschlossschalter ein Signal sendet, wird eine Gurtwarnung ausgegeben.
Die Auslösung des Gurtstrammers auf der Beifahrerseite ist abhängig von Statussignal des Gurtschlossschalters (Sicherheitsgurt gesteckt bzw. nicht gesteckt). Wenn der Sicherheitsgurt im Gurtschlossschalter steckt, wird auch der Gurtstrammer gezündet (nur bei Front-/Heckaufprall).

Schalter für Beifahrerairbag-Abschaltung (Europa-Ausführung)

In der Schalterstellung ”OFF” werden folgende Airbags auf der Beifahrerseite nicht gezündet: Beifahrerairbag und Seitenairbag.

Die Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung (Passenger-Airbag-Off-Leuchte) leuchtet.

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Erklärung

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Erklärung

1

Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung

2

Schalter für Beifahrerairbag-Abschaltung

3

Kammverbinder

 

 

K-CAN

Karosserie-CAN

Kl. 31

Klemme 31

Kl. R

Klemme R

MRS

MRS-Steuergerät


Für Fahrzeuge ohne Schalter für Beifahrerairbag-Abschaltung gibt es einen Nachrüstsatz (SA 5DA ”Beifahrerairbag-Deaktivierung”).

Der Schalter wird mit dem in der Fernbedienung integrierten Schlüssel bedient.

CAS: Car Access System

Das CAS-Steuergerät liefert Eingangssignale in Bezug auf die Klemmenspannung (z. B. Klemme R EIN). Das MRS-Steuergerät wird vom CAS-Steuergerät mit Spannung versorgt (ab Klemme R).

DME bzw. DDE: Digitale Motor Elektronik bzw. Digitale Diesel Elektronik

Wenn ein Airbag auslöst, wird über die DME bzw. DDE die elektrische Kraftstoffpumpe abgeschaltet. Die DME bzw. DDE empfängt eine Botschaft vom MRS-Steuergerät.

JBE: Junction-Box-Elektronik

Die JBE übernimmt die Ansteuerung der Zentralverriegelungsantriebe. Bei einem Unfall mit entsprechender Unfallschwere wird die Zentralverriegelung entriegelt.

FRM: Fußraummodul

Das Fußraummodul steuert die Innenbeleuchtung und die Außenbeleuchtung. Bei einem Unfall mit entsprechender Unfallschwere schalten sich automatisch Innenlicht und Warnblinker ein.

KOMBI: Instrumentenkombination

Die Instrumentenkombination zeigt die optische Gurtwarnung an und gibt eine akustische Gurtwarnung aus.
Das MRS-Steuergerät steuert die Gurtwarnung durch eine Check-Control-Meldung an.
Den Status erhält die Instrumentenkombination ab Klemme R EIN vom MRS-Steuergerät. Bei entsprechendem Status wird eine optische und akustische Gurtwarnung ab Klemme 15 EIN ausgegeben.
Die Instrumentenkombination nimmt auch die Airbagkontrollleuchte auf.
Die Instrumentenkombination ist über den K-CAN mit dem MRS-Steuergerät verbunden.

Zündkreise für die Airbags

Bei maximaler Ausstattung besteht das Sicherheitssystem aus folgenden Zündkreisen (siehe auch Länderausführung):

Fahrer- und Beifahrerairbag

Fahrer- und Beifahrerairbag verringern das Risiko einer Verletzung am Kopf oder im Brustbereich der Insassen bei einem Frontaufprall.
Der Fahrerairbag befindet sich unter der Prallplatte des Lenkrads. Der Beifahrerairbag ist in der Armaturentafel oberhalb des Handschuhkastens eingebaut.

Seitenairbag

Die Seitenairbags verringern das Risiko einer Verletzung der Insassen im Becken- oder Rumpfbereich bei einem Seitenaufprall. Die Seitenairbags sind in den Lehnenseitenteilen der Vordersitze eingebaut.

Kopfairbag

Der Kopfairbag verhindert den direkten Kontakt des Kopfes gegen die Seitenstruktur oder mit einem eindringenden Hindernis. Der Kopfairbag reicht durchgängig in Kopfhöhe von der A-Säule bis zur C-Säule.
Nach der Auslösung bleibt die Form und Stabilität des Kopfairbags mehrere Sekunden erhalten. Der Kopfairbag entleert sich langsamer als die Front- und Seitenairbags. Dadurch wird der Kopf bei seitlichen Überschlägen länger geschützt.
Auf der Fahrerseite und auf der Beifahrerseite ist jeweils ein Kopfairbag eingebaut.

Gurtstrammer für Fahrergurt und Beifahrergurt

Der Sicherheitsgurt umschließt in der Regel den Körper nicht völlig straff. Die so genannte ”Gurtlose” des Sicherheitsgurts gewährleistet den Insassen einen ausreichenden Bewegungskomfort. Bei einem Front- oder Heckaufprall zieht der pyrotechnische Gurtstrammer das Gurtschloss um mehrere Zentimeter nach unten. Somit wird der Sicherheitsgurt gleichzeitig im Becken- und Schulterbereich des Insassen straff gezogen.

Airbagkontrollleuchte

Die Airbagkontrollleuchte zeigt die Funktionsfähigkeit des Mehrfach-Rückhaltesystems an. Die Airbagkontrollleuchte in der Instrumentenkombination wird vom MRS-Steuergerät über den K-CAN angesteuert.

Gurtkontrollleuchte

Die Gurtkontrollleuchte ist die optische Gurtwarnung. Die optische Gurtwarnung weist die Insassen darauf hin, den Sicherheitsgurt anzulegen. Die optische Gurtwarnung wird ab Klemme 15 EIN gestartet.

Die optische Gurtwarnung wird ausgegeben wie folgt:

Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung

Wenn die Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung (Passenger-Airbag-Off-Leuchte) leuchtet, sind folgende Airbags auf der Beifahrerseite deaktiviert: Beifahrerairbag und Seitenairbag.

Die Passenger-Airbag-Off-Leuchte wird über das MRS-Steuergerät laufend überwacht. Ein Fehler an der Spannungsversorgung oder ein Lampendefekt wird im Fehlerspeicher des MRS-Steuergeräts abgelegt. Die Airbagkontrollleuchte wird in diesem Fall eingeschaltet.

Kraftstoffpumpe

Abhängig von der Unfallschwere wird auch die Kraftstoffzufuhr unterbrochen. Die DME bzw. DDE schaltet die elektrische Kraftstoffpumpe ab.

Überrollschtzsystem (nur R57)

Im Fall eines Überschlags fährt der Überrollbügel aus, verrastet und sichert somit den Überlebensraum für die Fahrzeuginsassen. Je ein Überrollbügel ist hinter jedem der beiden Fondsitze verbaut. Bei einem Unfall im Überrollfall erkennt der Sensor im Satellit Fahrzeugzentrum die Erschütterung und gibt die Information ”Überrollbügel auslösen” an das Sicherheitsmodul weiter. Über die serielle Leitung wird die Information ”Überrollbügel auslösen” weitergegeben. Zusätzlich wird mithilfe der anderen Satelliten die Unfallschwere ermittelt. Mit der Information ”Überrollbügel auslösen” und gegebener ”Unfallschwere” werden die Überrollbügel ausgelöst. Für die Auslösung der Überrollbügel gibt es zwei Möglichkeiten: Auslösung bei einem Unfall Auslösung für Funktionsnachweis über die Diagnose (Servicefunktionen).

Gurtkraftbegrenzer bei Sicherheitsgurten

Die Sicherheitsgurte sind das primäre Rückhaltesystem für alle Insassen.
Um die Belastung im Brustbereich der Frontinsassen bei starkem Frontaufprall zu minimieren, sind die vorderen Sicherheitsgurte serienmäßig mit Gurtkraftbegrenzern ausgestattet. Die Gurtkraftbegrenzer gewährleisten, dass das Gurtband ab einer bestimmten Belastung definiert nachgibt. Die Verletzungsgefahr in Folge der auf den Körper einwirkenden Gurtkraft wird verringert.

Systemfunktionen

Folgende Systemfunktionen sind für das Mehrfach-Rückhaltesystem beschrieben:

Selbsttest

Das MRS-Steuergerät überwacht neben sämtlichen Ein- und Ausgängen auch die internen Bauelemente (Selbsttest). Mögliche Fehler werden im MRS-Steuergerät gespeichert. Bei einem Systemfehler oder einem Fehler eines Bauteils leuchtet die Airbagkontrollleuchte.

Nach dem Einschalten der Zündung startet das MRS-Steuergerät einen Selbsttest. In dieser Zeit leuchtet die Airbagkontrollleuchte (ca. 3 bis 5 Sekunden). Wenn das Sicherheitssystem funktionsbereit ist, erlischt die Airbagkontrollleuchte anschließend.

Falls die Instrumentenkombination keine CAN-Botschaft von dem MRS-Steuergerät empfängt, leuchtet die Airbagkontrollleuchte.

Wenn das MRS-Steuergerät während des Selbsttests oder im Fahrbetrieb einen momentan vorhandenen bzw. einen bereits gespeicherten Fehler erkennt, bleibt die Airbagkontrollleuchte eingeschaltet.

Wenn ein Fehler im Sicherheitssystem erkannt wird, bleibt die Funktionsfähigkeit des Sicherheitssystems unter folgenden Voraussetzungen teilweise erhalten:

Bei einer internen Störung des MRS-Steuergeräts oder der Spannungsversorgung wird das gesamte Sicherheitssystem außer Funktion gesetzt. (Airbagkontroll- und Gurtkontrollleuchte leuchten, Check-Control-Symbol im LC-Display)

Aufprall-Erkennung

Das MRS-Steuergerät erfasst jeden Aufprall in einem Winkelbereich von 360°.
Richtung und Schwere eines Aufpralls werden durch Beschleunigungssensoren im MRS-Steuergerät und durch externe Beschleunigungssensoren erfasst.

Externe Beschleunigungssensoren:

Das MRS-Steuergerät verarbeitet alle Beschleunigungsdaten. Somit wird die Unfallschwere ermittelt.

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Erklärung

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1

Airbagfrontsensor Beifahrerseite
(erfasst die Längsbeschleunigung)

2

Airbagsensor Tür vorn Beifahrerseite
(Drucksensor)

3

Airbagsensor B-Säule Beifahrerseite
(erfasst die Längs- und Querbeschleunigung)

4

Airbagsensor B-Säule Fahrerseite
(erfasst die Längs- und Querbeschleunigung)

5

Airbagsensor Tür vorn Fahrerseite
(Drucksensor)

6

Airbagfrontsensor Fahrerseite
(erfasst die Längsbeschleunigung)

K-CAN

Karosserie-CAN

Kl. R

Klemme R

MRS

MRS-Steuergerät
(erfasst die Längs- und Querbeschleunigung)

 

 

 

Auslösung des Sicherheitssystems

Durch umfangreiche Versuche werden für alle möglichen Arten von Unfällen Auslöseschwellen festgelegt.

Daraus ergeben sich unterschiedliche Auslöseschwellen für die Ansteuerung der folgenden Rückhaltesysteme (Länderausführung beachten):

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1

Beifahrerairbag (ein- oder zweistufig, abhängig von der Länderausführung)

2

Seitenairbag vorn Beifahrerseite

3

Gurtstrammer Beifahrergurt

4

Kopfairbag Beifahrerseite

5

Kammverbinder

6

Kopfairbag Fahrerseite

7

Gurtstrammer Fahrergurt

8

Seitenairbag vorn Fahrerseite

9

Fahrerairbag (ein- oder zweistufig, abhängig von der Länderausführung)

 

 

K-CAN

Karosserie-CAN

Kl. 31

Klemme 31

Kl. R

Klemme R

MRS

MRS-Steuergerät


Die Auslösung der Rückhaltesysteme erfolgt nur, wenn von 2 unabhängigen Sensoren gleichzeitig die entsprechenden Schwellenwerte erkannt werden.

Zum Beispiel wird ein Frontaufprall über den Längsbeschleunigungssensor im Airbagsensor B-Säule Fahrerseite und dem Längsbeschleunigungssensor im MRS-Steuergerät erkannt. Durch die von den Sensoren übermittelten Daten errechnet das MRS-Steuergerät die Richtung des Aufpralls und die Unfallschwere. Abhängig von der Unfallschwere wird die elektrische Kraftstoffpumpe abgeschaltet.

An 2 Beispielen (Frontaufprall und Seitenaufprall) wird die Auslösung der verschiedenen Rückhaltesysteme dargestellt:

Datenspeicherung bei Auslösung des Sicherheitssystems

Bei einer Auslösung der Rückhaltesysteme werden bestimmte Daten in einen nicht löschbaren Datenspeicher des MRS-Steuergeräts geschrieben. Die Daten sind für die Unfallforschung relevant (kein Zugriff für den Service).

Botschaft an andere Steuergeräte

Wenn die Rückhaltesysteme auslösen, sendet das MRS-Steuergerät eine Botschaft an andere Steuergeräte. Abhängig von der Unfallschwere werden durch die jeweiligen Steuergeräte folgende Funktionen ausgeführt:

Optische und akustische Gurtwarnung für Fahrergurt und Beifahrergurt

Für die Gurtwarnung werden die Signale der 2 Gurtschlossschalter (Fahrergurt, Beifahrergurt) getrennt überwacht.
Wenn der Beifahrersitz über die Sitzbelegungserkennung als belegt erkannt wird, muss auch der Beifahrergurt ins Gurtschloss gesteckt werden. Damit erlischt die Gurtwarnung.

Für die Ausgabe einer Gurtwarnung werden folgende Situationen berücksichtigt:

Optische Gurtwarnung für Sicherheitsgurt hinten links und hinten rechts

Für die optische Gurtwarnung werden die Statussignale der 2 Gurtschlossschalter (Sicherheitsgurt hinten links und hinten rechts) getrennt überwacht (Länderausführung beachten).
Die Statusanzeige bzw. optische Gurtwarnung (Sicherheitsgurt angelegt bzw. nicht angelegt) wird im LC-Display der Instrumentenkombination für jeden Sicherheitsgurt getrennt angezeigt.

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1

Optische Gurtwarnung: Sicherheitsgurt hinten links nicht angelegt

2

Optische Gurtwarnung: Sicherheitsgurt hinten rangelegt


Die optische Gurtwarnung beginnt direkt nach der Servicebedarfsanzeige, spätestens 5 Sekunden nach Klemme 15 EIN. Die optische Gurtwarnung wird für 30 Sekunden eingeschaltet.
Bei jeder Zustandsänderung beginnt die Anzeigedauer (30 Sekunden) von neuem. Zustandsänderung d. h.:

Die Anzeige kann jederzeit mit einem kurzen Druck auf die Bordcomputer-Taste abgebrochen werden.

Hinweise für den Service

Allgemeine Hinweise

Folgende allgemeine Hinweise werden für den Service der MRS gegeben:

Batteriepole abklemmen

Vorsicht: Nach dem Abklemmen der Batteriepole 1 Minute vor Beginn der Arbeit am Sicherheitssystem MRS warten.

Nach dem Abklemmen der Batteriepole muss vor dem Beginn der Arbeit am Sicherheitssystem MRS 1 Minute gewartet werden.
Durch die Wartezeit wird sichergestellt, dass sich die Kondensatoren mit der Energiereserve des Systems, vollständig entladen. Damit wird eine unbeabsichtigte Auslösung von Airbags oder Gurtstrammern verhindert.

Bauteile des Mehrfach-Rückhaltesystems prüfen

Vorsicht: Bauteile des Sicherheitssystems nicht mit Multimeter oder anderen universellen Prüfgeräten testen.

Beim Testen mit einem Multimeter oder anderen universellen Prüfwerkzeugen kann es zu Fehlauslösungen und zu Verletzungen kommen. Zur Systemdiagnose ausschließlich das BMW Diagnosesystem verwenden.

Vorsicht: Keine elektrischen Prüfgeräte an den Kabelstrang des Mehrfach-Rückhaltesystems anschließen.

Keine elektrischen Prüfgeräte an den Kabelstrang des Mehrfach-Rückhaltesystems anschließen, solange der Kabelstrang mit einem Bauteil des Sicherheitssystems verbunden ist. Es kann zu Fehlauslösungen und zu Verletzungen kommen.
Zur Systemdiagnose ausschließlich das BMW Diagnosesystem verwenden.

Vorsicht: Sicherheitssystem MRS nach Reparatur eines Schadens durch einen Unfall prüfen.

Nach der Reparatur eines Schadens durch einen Unfall muss das Sicherheitssystem MRS mit dem BMW Diagnosesystem geprüft werden (auch wenn bei diesem Unfall kein Rückhaltesystem ausgelöst hat).

Freigegebene Sitzbezüge montieren

Vorsicht: Nur freigegebene Sitzbezüge montieren.

Keine Schonbezüge, Sitzauflagen oder sonstige Gegenstände auf den Vordersitzen anbringen, die nicht speziell für Sitze mit integrierten Seitenairbags freigegeben sind. Keine Kleidungsgegenstände, z. B. Jacken, über die Vordersitz-Rückenlehnen hängen. Die Airbagfunktion wird schwer beeinträchtigt oder außer Kraft gesetzt.

Diagnosehinweise

Hinweis: MRS-Steuergerät nach 3 Crash-Signalen mit Auslösung des Sicherheitssystems tauschen.

Das MRS-Steuergerät speichert Daten bei einer Auslösung des Sicherheitssystems in einem nicht löschbaren Speicher. Nach 3 Crash-Signalen ist der Datenspeicher voll. Die Airbagkontrollleuchte leuchtet. Das MRS-Steuergerät muss getauscht werden.

Hinweise zur Kodierung/Programmierung

Hinweis: Akustische Gurtwarnung deaktivieren

Die akustische Gurtwarnung kann mittels Codierung deaktiviert werden. Eine gesetzlich vorgeschriebene Gurtwarnung ist davon nicht betroffen.

Länderausführungen

Länderausführung US


2-stufiger Fahrerairbag und Beifahrerairbag

Fahrer- und Beifahrerairbag sind jeweils mit einem 2-stufigen Gasgenerator ausgerüstet. Je nach Unfallschwere werden die beiden Stufen des Airbags zeitverzögert gezündet.
Die beiden Stufen des Gasgenerators ermöglichen eine der jeweiligen Unfallschwere angepasste Rückhaltefunktion und vermeidet dadurch zusätzliche Insassenbelastung während der Entfaltungsphase des Airbags.

Sitzbelegungserkennung Beifahrer

Die Sitzbelegungserkennung Beifahrer erkennt, ob der Sitz belegt oder nicht belegt ist.
Die Sitzbelegungsmatte besteht aus Leiterbahnen mit Drucksensoren. Die Leiterbahnen sind mit der Auswerteelektronik verbunden.

Wenn die Sitzbelegungsmatte defekt ist, werden die Airbags auf der Beifahrerseite automatisch deaktiviert (Beifahrerairbag und Seitenairbag). Die Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung leuchtet.

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Erklärung

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Erklärung

1

Sitzbelegungsmatte mit Drucksensoren

2

Auswerteelektronik


Nach den Bestimmungen der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) muss ein Kleinkind im dafür vorgesehenen Kinderrückhaltesystem auf dem Beifahrersitz automatisch erkannt werden.

Bei Erkennung werden die Airbags auf der Beifahrerseite automatisch deaktiviert (Beifahrerairbag und Seitenairbag). Die Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung leuchtet.

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Erklärung

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Erklärung

1

Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung

2

Sitzbelegungsmatte

3

Kammverbinder

 

 

K-Bus

Karosserie-Bus

K-CAN

Karosserie-CAN

Kl. 31

Klemme 31

Kl. R

Klemme R

MRS

MRS-Steuergerät

 

 


Wenn eine korrekt sitzende Person mit ausreichender Größe (Jugendlicher/Erwachsener) erkannt wird, sind die Airbags auf der Beifahrerseite aktiviert (Beifahrerairbag und Seitenairbag). Die Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung leuchtet nicht.
In bestimmten Fällen kann sich bei Jugendlichen und Erwachsenen der Beifahrerairbag deaktivieren (Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung leuchtet). In diesen Fällen muss die Sitzposition so verändert werden, bis die Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung erlischt (Beifahrerairbag und Seitenairbag aktiviert).

Die Sitzbelegungserkennung beruht auf der Auswertung des Flächenabdrucks, der bei Belastung erzeugt wird. Die Abstände der Flächen und Schwerpunkte auf der belegten Sitzfläche geben Aufschluss, ob es sich um einen Jugendlichen bzw. Erwachsenen oder einem Kleinkind im dafür vorgesehenen Kinderrückhaltesystem handelt.

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Erklärung

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Erklärung

1

Flächenabdruck eines Jugendlichen bzw. Erwachsenen

2

Flächenabdruck eines Kindersitzes


Airbagfrontsensor Fahrerseite und Beifahrerseite

Die 2 Airbagfrontsensoren sind Längsbeschleunigungssensoren. Über die Sensoren im Frontbereich links und rechts wird ein Front- bzw. Heckaufprall erkannt.

Sitzpositionssensor

Nach den Bestimmungen der FMVSS (Federal Motor Vehicle Safety Standard) muss eine 5%-Frau von einem 50%-Mann auf dem Fahrersitz unterschieden werden.
Der Sitzpositionssensor erkennt den für eine Person ausgelegten Airbagbereich bezüglich der Sitzverstellung in Längsrichtung.

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Erklärung

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Erklärung

1

Sitzpositionssensor

2

Sitzschiene (beweglich)

3

Sitzschiene (fest)

4

Magnethalter


Der Sitzpositionssensor ist als Hallsensor ausgeführt und wird über das MRS-Steuergerät mit Spannung versorgt. Die Stromstärke ändert sich in Abhängigkeit von der Entfernung des Sitzpositionsschalters zum Magnethalter.

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Erklärung

Index

Erklärung

1

Sitzpositionssensor

2

Kammverbinder

Kl. 31

Klemme 31

Kl. R

Klemme R

MRS

MRS-Steuergerät

 

 


Das Signal des Sitzpositionssensors beeinflusst auch die zeitverzögernde Auslösung von Stufe 2 des Gasgenerators (Fahrerairbag).

Optische und akustische Gurtwarnung

Ab Klemme 15 EIN wird eine optische und akustische Gurtwarnung ausgegeben. Die Gurtwarnung ist zeitlich begrenzt (6 Sekunden).

Der weitere Ablauf der Gurtwarnung ist identisch mit der Gurtwarnung in EURO-Fahrzeugen.

Länderausführung Japan/Golfstaaten


Optische und akustische Gurtwarnung

Ab Klemme 15 EIN wird eine optische und akustische Gurtwarnung ausgegeben. Die Gurtwarnung ist zeitlich begrenzt (6 Sekunden).

 

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