Comfort Access

Comfort Access

Der neue MINI (R56) ist mit der Sonderausstattung 322 ”Comfort Access” (= Komfortzugang) ausrüstbar. Abgeleitet ist das Komfortsystem aus dem BMW 1er und 3er. Der MINI nimmt damit auch im Komfortbereich (UKL1+) für seine Fahrzeugklasse eine führende Position ein.

Neu für den MINI ist:

Bei Comfort Access ist statt der üblichen Fernbedienung ein Identifikationsgeber notwendig. Der Identifikationsgeber erfüllt weiterhin alle Funktionen der Fernbedienung.
Mit Comfort Access können folgende Funktionen ausgeführt werden:

Comfort Access verhindert das unwillentliche Einsperren eines Identifikationsgebers. Außer ein zweiter gültiger Identifikationsgeber befindet sich im Außenraum.

Bauteil-Kurzbeschreibung

Folgende Bauteile für den Komfortzugang werden beschrieben:

Innenraumantennen und Außenraumantennen

Für die Kommunikation mit dem Identifikationsgeber werden unterschiedliche Antennen benötigt: Innenraumantennen und Außenraumantennen.
Die Außenraumantennen für die Überwachung der Türen sind hinter der Seitenverkleidung. Der MINI hat keine Antennen im Türaußengriff.

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Innenraumantenne in der Mittelkonsole

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Außenraumantenne rechts (hinter Seitenverkleidung)

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Steuergerät für Comfort Access (CA)

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Außenraumantenne im Stoßfänger

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Innenraumantenne unter dem Rücksitz

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Außenraumantenne links (hinter Seitenverkleidung)

Die Antennen senden auf einer Frequenz von 125 kHz. Die Abstrahlung der Antennen ist annähernd kugelförmig. Über die Antennen werden die Identifikationsgeber aufgefordert sich zu identifizieren. Alle Funksignale sind verschlüsselt und somit vor unberechtigtem Zugriff geschützt.

Die Innenraumantennen und Außenraumantennen sind aus Ferrit.

Taster im Türaußengriff

Sowohl im Türaußengriff der Fahrertür sowie Beifahrertür ist ein Taster. Dieser Taster dient der Entriegelung und Verriegelung des Fahrzeugs.

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Steckverbindung

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Taster Türaußengriff Fahrerseite

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Türaußengriff Fahrerseite

 

 

Die Taster für den Türaußengriff sind am Steuergerät für Comfort Access angeschlossen.
Durch Drücken des Tasters wird eine Authentisierung (= Überprüfung auf zugangsberechtigten Identifikationsgeber) gestartet.

Identifikationsgeber

Der Identifikationsgeber wertet die Signale von den Antennen aus. Zudem sendet der Identifikationsgeber hochfrequente Funksignale an den FBD-Empfänger (868 MHz/315 MHz, länderspezifisch). Wenn der Identifikationsgeber in die Aufnahme geschoben ist, sind alle Funktionen von Comfort Access deaktiviert.

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Identifikationsgeber

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mechanischer Schlüssel

Der Identifikationsgeber bei der SA 322 ”Comfort Access” hat gegenüber der Fernbedienung eine Batterie. Die Batterie ist erforderlich aus folgenden Gründen:

Um das Fahrzeug im Notfall (z. B. leere Fahrzeugbatterie oder lokale Funkstörung) manuell zu öffnen oder zu schließen, ist der integrierte mechanische Schlüssel vorhanden.

Empfänger für Fernbedienungsdienste

Der Empfänger für Fernbedienungsdienste (FBD-Empfänger) ist im Innenspiegel. Der FBD-Empfänger empfängt die Funksignale vom Identifikationsgeber. Diese Signale leitet der FBD-Empfänger an das CAS-Steuergerät. Das Steuergerät für Comfort Access (CA-Steuergerät) schaltet den FBD-Empfänger ein.

START-STOP-Taste und Aufnahme für den Identifikationsgeber/Fernbedienung

Mit der START-STOP-Taste können die Klemmen (0, R, 15, R, 0) rollierend geschaltet werden. Bei getretener Kupplung bzw. Bremse (Schaltgetriebe bzw. Automatikgetriebe) und Drücken der START-STOP-Taste wird der Motor gestartet.
Voraussetzung: Ein gültiger Identifikationsgeber wurde erkannt.

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Aufnahme

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START-STOP-Taste

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Identifikationsgeber

 

 

Bei Fahrzeugen ohne Comfort Access:
Zum Motorstart muss die Fernbedienung in der Aufnahme verrastet sein.
Bei Fahrzeugen mit Comfort Access:
Der Fernbedienung muss in die Aufnahme geschoben werden, wenn die Batterie im Identifikationsgeber leer ist. Anschließend kann der Motor gestartet werden. Wenn der Identifikationsgeber in der Aufnahme steckt, ist Comfort Access deaktiviert.

CAS: Car Access System

Das CAS-Steuergerät ist das Master-Steuergerät für alle Funktionen von Comfort Access. Das CAS-Steuergerät ist die Schnittstelle zur START-STOP-Einheit. Die START-STOP-Einheit besteht aus START-STOP-Taste sowie der Aufnahme für den Identifikationsgeber. Die elektrische Lenkungsverriegelung wird ebenfalls vom CAS-Steuergerät angesteuert.
Das CAS-Steuergerät ist über K-Bus (Sub-Bus) verbunden mit:

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Zentralverriegelungsantrieb Fahrertür

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Zentralverriegelungsantrieb Beifahrertür

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Junction-Box-Elektronik (JBE)

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Zentralverriegelungsantrieb Heckklappe

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Taster im Türaußengriff Beifahrerseite

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Steuergerät für Comfort Access

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FBD-Empfänger im Innenspiegel

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Fußraummodul (FRM)

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Elektrische Lenkungsverriegelung

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Türaußengriff Fahrerseite mit Taster

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START-STOP-Einheit mit START-STOP-Taste sowie Aufnahme für Identifikationsgeber

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Car Access System (CAS)

Das CAS-Steuergerät ist auch über den K-CAN mit dem CA-Steuergerät verbunden.

Wenn sich das Fahrzeug im Ruhezustand befindet, kann auf dem K-Bus kommuniziert werden, ohne dass der CAN-Verbund geweckt wird.

JBE: Junction-Box-Elektronik

Die Junction-Box-Elektronik ist das ausführende Steuergerät für die Zentralverriegelung. Die JBE übernimmt die Ansteuerung aller Zentralverriegelungsantriebe.
Wenn vom CAS-Steuergerät z. B. das Entriegeln des Fahrzeugs freigegeben wird, werden die Türen entriegelt.
Zusätzlich versorgt die JBE das Steuergerät für Comfort Access mit Klemme 30g-f.

Systemfunktionen

Folgende Systemfunktionen sind für Comfort Access (Komfortzugang) beschrieben:

Passive Entry über die Türen

Das Fahrzeug wird durch Drücken des Tasters entriegelt. Bedingung: Der Identifikationsgeber ist maximal 1,5 Meter von der Antenne im Türaußengriff entfernt. Idealerweise wird der Identifikationsgeber vom Benutzer in der Tasche mitgeführt. Zuerst wird eine Authentisierung (= Überprüfung auf Rechtsgültigkeit) gestartet. Die übertragenen Daten bei der Authentisierung sind selbstverständlich verschlüsselt. Wenn die Authentisierung des Identifikationsgebers positiv verläuft, bekommt der Benutzer die Zutrittsberechtigung. Die Zentralverriegelung entriegelt. Die Tür kann geöffnet werden. Die Authentisierung bei Passive Exit und Passive Go ist prinzipiell genauso.

Ablauf der Authentisierung am Beispiel Passive Entry:

Passive Entry über die Heckklappe

Mit Comfort Access kann der Gepäckraum ohne aktive Benutzung des Identifikationsgebers geöffnet werden. Bedingung: Der Identifikationsgeber ist maximal 1,5 Meter von der Antenne im hinteren Stoßfänger entfernt. Idealerweise wird der Identifikationsgeber vom Benutzer in der Tasche mitgeführt. Zum Öffnen des Gepäckraums muss der Heckklappentaster für ca. 500 ms gedrückt werden. Wenn sich ein Identifikationsgeber in der Nähe des Hecks befindet, öffnet sich die Heckklappe. Wenn beim Schließen der Heckklappe sich ein Identifikationsgeber im Innenraum = Gepäckraum befindet (und kein berechtigter Identifikationsgeber außerhalb), wird die Heckklappe wieder geöffnet. Der Benutzer wird bei Diebstahlwarnanlage darauf aufmerksam gemacht wie folgt:

Passive Go

Zum Schalten der Klemme bzw. zum Starten des Motors muss sich der Identifikationsgeber nur im Innenraum befinden (nicht in der Aufnahme). Beim R56 zählt im Gepäckraum zum Innenraum. Die notwendige Authentisierung läuft prinzipiell wie bei Passive Entry ab (nur über die Innenraumantennen). Wenn sich bei Drücken der START-STOP-Taste kein Identifikationsgeber im Innenraum befindet: Check-Control-Meldung in der Instrumentenkombination. Durch Drücken der START-STOP-Taste werden die Klemmen geschaltet. Die Reihenfolge ist wie folgt:
0 -> Klemme R -> Klemme 15 -> Klemme R -> 0.

Zum Starten des Motors muss die START-STOP-Taste kurz gedrückt werden. Gleichzeitig muss das Kupplungspedal oder das Bremspedal (Schaltgetriebe bzw. Automatikgetriebe) getreten sein. Ein Motorstart ist bei jeder Klemmenposition möglich. Nach Abstellen des Motors kann der Motor innerhalb von 10 Sekunden erneut gestartet werden, auch wenn im Innenraum kein Identifikationsgeber erkannt wird (also ohne gültige Fahrberechtigung). Diese Sicherheitsmaßnahme ist für eventuelle Notsituationen erforderlich.
Ausnahme: Wenn innerhalb der 10 Sekunden eine Tür geöffnet wird, wird dieser Nachlauf sofort zurückgenommen.

Passive Exit

Zum Verriegeln und anschließendem Sichern des Fahrzeugs muss der Taster am Türaußengriff für ca. 500 ms gedrückt werden. Wenn der Taster zum Verriegeln ca. 3 Sekunden gedrückt wird, startet das Komfortschließen. Dabei schließen die Seitenscheiben und das Schiebehebedach. Ein Komfortöffnen über den Türaußengriff ist nicht möglich. Durch das Verriegeln über den Türaußengriff wird die Klemme R ausgeschaltet. Die Klemme 15 wird beim Verriegeln nicht abgeschaltet. Beim Öffnen der Fahrertür bei Klemme 15 erscheint eine Check-Control-Meldung sowie ein akustischer Warnton. Besonderheit: Bei Comfort Access kann das Fahrzeug mit laufendem Motor verriegelt werden.

Sperrung eines innen liegenden Identifikationsgebers

Beim Verriegeln des Fahrzeugs über den Türaußengriff wird ein innen liegender Identifikationsgeber erkannt. Die Suche im Innenraum wird beim Schließen der letzten Tür gestartet. Dieser Identifikationsgeber wird für Passive Exit gesperrt (nicht für Passive Go). Der Identifikationsgeber wird bei Klemme R EIN oder Entriegeln der Zentralverriegelung wieder aktiviert.

Spielschutz

Ein Verriegeln und Entriegeln ist nur 15-mal hintereinander möglich. Anschließend wird der Spielschutz aktiviert. Nach 10 Sekunden ist wieder eine Betätigung erlaubt. Nach ca. 4  Minuten ist der Spielschutz vollständig deaktiviert. Ein Verriegeln und Entriegeln ist wieder 15-mal hintereinander möglich.

Bei häufigem Entriegeln und Verriegeln der Heckklappe in kurzer Zeit gibt es auch einen Speilschutz. Gegebenenfalls kann der Identifikationsgeber im Gepäckraum (= Innenraum) eingesperrt werden.

Personal Profile

Für das Entriegeln des Fahrzeugs an der Fahrertür kann der Kunde Folgendes selbst einstellen:

Bei Fahrzeugen ohne CCC:
Personal Profile wird am Lenkstockschalter für den Fahrtrichtungsanzeiger eingestellt (über Bordcomputer). Die Menüführung ist im LC-Display am Zusatzinstrument auf der Lenksäule.

Bei Fahrzeugen mit CCC:
Personal Profile wird mit dem Controller am Central Information Display (CID) eingestellt.

Wenn das Fahrzeug türselektiv entriegelt wurde, können die restlichen Türen mit der Center-Lock-Taste entriegelt werden.

Hinweis! Für die Beifahrertür kein Personal Profile.

Beim Drücken des Tasters an der Beifahrertür werden immer alle Türen entriegelt.

Hinweise für den Service

Allgemeine Hinweise

Hinweis! Spannungsversorgung für den Identifikationsgeber.

Ab Werk stehen 2 Identifikationsgeber pro Fahrzeug zur Verfügung. Der Identifikationsgeber hat eine Batterie. Die Lebensdauer der Batterie beträgt ca. 2 Jahre. Das Batteriefach ist auf der Rückseite des Identifikationsgebers. Wenn die Batterie fast entladen ist, wird durch eine Check-Control-Meldung darauf aufmerksam gemacht. Wenn die Check-Control-Meldung ignoriert wird, setzt sich der Identifikationsgeber außer Betrieb (zur Datensicherung).

Hinweis! Mechanischer Schlüssel im Identifikationsgeber integriert.

In Notfällen, z. B. bei lokaler Funkstörung, kann das Fahrzeug mit dem integrierten Schlüssel identisch zur Fernbedienung geöffnet werden.

Hinweis! Daten für den Condition Based Service.

Die CBS-Daten werden immer bei Klemme 15 EIN und 10 Kilometer Fahrt auf den Identifikationsgeber geschrieben. Die Daten werden per Funk (Antennen für Comfort Access) übertragen.
Zur Aktualisierung der CBS-Daten steht eine verdeckte Funktion zur Verfügung. Dazu Klemme 15 einschalten. Dann die Center-Lock-Taste drücken und gedrückt halten. Anschließend START-STOP-Taste drücken. Wenn sich der Identifikationsgeber in der Aufnahme befindet, werden die CBS-Daten zyklisch aktualisiert.

Hinweis! Automatikgetriebe in Position ”P” bringen.

Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe muss ”P” eingelegt sein, um den Motor abzustellen.

Hinweis! Besonderheit in der Waschanlage.

Beim Befahren einer Waschanlage:
Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe die Hinweise der Betriebsanleitung beachten.

Diagnosehinweise

Für die Diagnose von Comfort Access folgende Informationen beachten:

Zurücksetzen des Car Access Systems

Nach Arbeiten an den Türgriffen ist kein Zurücksetzen des CAS notwendig.

Hinweise zur Kodierung/Programmierung

Nach einem Tausch des Steuergeräts für Comfort Access muss eine Initialisierung durchgeführt werden. Der Klemmenwechsel nach Klemme 15 EIN löst die Initialisierung aus. Dabei initialisiert das CAS-Steuergerät automatisch das Steuergerät für Comfort Access.

Länderausführung

Die Frequenz des Funksignals vom Identifikationsgeber ist länderspezifisch: 868 MHz, 315 MHz.

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