Der neue MINI (R56) ist mit einem Car Access System (CAS) ausgerüstet. Abgeleitet ist das CAS aus dem BMW 1er und 3er. Der MINI nimmt damit auch im Komfortbereich (UKL1+) für seine Fahrzeugklasse eine führende Position ein.
Das Car Access System (CAS) regelt die Zugriffsmöglichkeiten auf das Fahrzeug. Das CAS-Steuergerät ist das Master-Steuergerät z. B. für folgende Systeme:
Damit erhält auch der MINI eine Aufnahme für
die Fernbedienung und eine START-STOP-Einheit
mit START-STOP-Taste.
Die elektronische
Wegfahrsperre ist eine Weiterentwicklung (4. Generation).
Folgende Bauteile für das Car Access System werden beschrieben:
Das CAS-Steuergerät ist das Master-Steuergerät
für die oben genannten Systeme. Das CAS-Steuergerät
ist die Schnittstelle zur START-STOP-Einheit mit
der Aufnahme für die Fernbedienung. Die elektrische Lenkungsverriegelung
wird ebenfalls vom CAS-Steuergerät angesteuert.Das
CAS-Steuergerät ist direkt am K-CAN (Karosserie-CAN) angeschlossen.
Die elektrische Lenkungsverriegelung ist über K-Bus
am CAS angeschlossen.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Zentralverriegelungsantrieb Fahrertür |
2 |
Zentralverriegelungsantrieb Beifahrertür |
3 |
Junction-Box-Elektronik (JBE) |
4 |
Zentralverriegelungsantrieb Heckklappe |
5 |
Taster im Türaußengriff Beifahrerseite |
6 |
Steuergerät für Comfort Access |
7 |
FBD-Empfänger im Innenspiegel |
8 |
Fußraummodul (FRM) |
9 |
Elektrische Lenkungsverriegelung |
10 |
Türaußengriff Fahrerseite mit Taster |
11 |
START-STOP-Einheit mit START-STOP-Taste sowie Aufnahme für Fernbedienung |
12 |
Car Access System (CAS) |
Im Car Access System ist die elektronische Wegfahrsperre der 4. Generation integriert.
Die START-STOP-Einheit ist über eine 14-polige Steckverbindung an das CAS-Steuergerät angeschlossen. Die START-STOP-Taste ist zusammen mit der Aufnahme für die Fernbedienung in der START-STOP-Einheit integriert.
Die START-STOP-Taste dient zusammen
mit der Fernbedienung zum Starten des Fahrzeugs. Die Fernbedienung
beinhaltet einen Berechtigungscode für das jeweilige Fahrzeug.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Aufnahme |
2 |
START-STOP-Taste |
3 |
Fernbedienung |
|
|
Nach Einsetzen der Fernbedienung in die Aufnahme wird
die Berechtigung des Transponders ausgelesen. Wenn das CAS eine
berechtigte Fernbedienung erkennt, wird Klemme R eingeschaltet.
Gleichzeitig wird die Fernbedienung in der Aufnahme verriegelt.
Die Abzugssperre wird durch einen Magnetschalter verriegelt. Die
verriegelte Fernbedienung ist eine Voraussetzung für das
Schalten der Klemmen (Klemme R, Klemme 15 mit Motor EIN/AUS).
Eine
Abzugssperre verhindert das Herausziehen der Fernbedienung unter
folgenden Bedingungen:
Mit Druck auf die START-STOP-Taste wird der Motorstart initialisiert. Das CAS-Steuergerät prüft dabei folgende Voraussetzungen ab:
Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Motor vom CAS-Steuergerät gestartet (Ansteuerung Klemme 50). Zum Abstellen des Motors ein weiteres Mal auf die START-STOP-Taste drücken. Der Motor wird abgestellt, Klemme R bleibt eingeschaltet (bei langem Drücken Klemme 30). Bei Automatikfahrzeugen kann der Motor nur im Fahrzeugstillstand abgestellt werden, wenn die Parksperre eingelegt ist. Dieser vollelektronische Zugriff auf das Fahrzeug hat folgende Vorteile:
Hinweis! Notfunktion während der Fahrt.
Aus Sicherheitsgründen kann der Motor während der Fahrt durch Druck auf die START-STOP-Taste abgestellt werden. Ein erneuter Start ist in diesem Fall ohne zusätzliche Bremsbetätigung bzw. Kupplungsbetätigung möglich.
Hinweis! Motorstart bei Comfort Access.
Bei Comfort Access (Komfortzugang) muss sich bei Motorstart die Fernbedienung nicht in der Aufnahme befinden.
Nach Authentisierung durch das CAS wird die elektrische
Lenkungsverriegelung bestromt. Erst jetzt kann eine Entriegelung
oder Verriegelung durchgeführt werden. Ein Motorstart wird
nur erlaubt, wenn die elektrische Lenkungsverriegelung entriegelt
und gesichert ist.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Lenksäule |
2 |
4-polige Steckverbindung |
3 |
Elektrische Lenkungsverriegelung |
|
|
Die elektrische Lenkungsverriegelung kann nur bei Fahrzeugstillstand
und Motorstillstand verriegeln. Wenn kein Entriegelungsvorgang oder
Verriegelungsvorgang durchgeführt wird, ist die elektrische
Lenkungsverriegelung stromlos und gesichert.
Folgende Systemfunktionen sind für das Car Access System (CAS) beschrieben:
Das CAS steuert die folgenden Klemmen über die START-STOP-Einheit wie folgt an:
Die elektronische Wegfahrsperre dient der Diebstahlsicherung und Startfreigabe. Beim MINI setzt eine neu entwickelte elektronische Wegfahrsperre ein (4. Generation). Diese Neuentwicklung benutzt ein neues und modernes Verschlüsselungsverfahren. Jedem Fahrzeug wird ein 128 Bit langer Geheimschlüssel zugeordnet. Dieser Geheimschlüssel wird in einer BMW Datenbank gespeichert. Damit ist der Geheimschlüssel nur BMW bekannt. Der Geheimschlüssel wird in das CAS-Steuergerät und das DME-Steuergerät programmiert und verriegelt. Wenn der Geheimschlüssel in den Steuergeräten ist, kann er nicht mehr gelöscht oder geändert werden. Somit ist jedes Steuergerät einem bestimmten Fahrzeug zugeordnet. Das CAS-Steuergerät und das EWS-Steuergerät identifizieren sich mit der gleichen Geheimzahl und einem Algorithmus gegenseitig. Wenn die Identifikationsdaten korrekt sind, steuert das CAS-Steuergerät über ein im Steuergerät befindliches Relais den Starter an. Gleichzeitig sendet das CAS-Steuergerät dem DME-Steuergerät ein kodiertes Freigabesignal (Wechselkode) für den Motorstart. Das DME-Steuergerät gibt nur dann den Start frei, wenn ein korrektes Freigabesignal vom CAS-Steuergerät angekommen ist. Diese Vorgänge können zu einer geringfügigen Startverzögerung führen (bis zu einer halben Sekunde).
Hinweis! Vorgehensweise bei defektem Steuergerät.
Wenn das CAS oder die DME defekt ist, muss eine bestimmte
Vorgehensweise eingehalten werden. Das benötigte Steuergerät
muss genau für das Fahrzeug bestellt werden. Dazu sind
die Fahrzeugdaten (Fahrgestellnummer) erforderlich. Ein EWS-Abgleich
ist nach Steuergerätetausch nicht notwendig.
Mit Druck auf die START-STOP-Taste
beginnt der Startvorgang. Der Starter wird nur so lange angesteuert,
bis der Motor läuft. Wenn der Motor nicht startet, wird
der Startvorgang nach ca. 60 Sekunden abgebrochen. Von
der START-STOP-Taste werden nur die Fahrerwünsche
erfasst. Der Startvorgang wird vom CAS-Steuergerät durchgeführt.
Das CAS führt den Motorstart erst durch, wenn alle Startbedingungen erfüllt
sind. Wenn eine Bedingung während des Startvorgangs nicht
mehr erfüllt ist, wird der Startvorgang abgebrochen.
Beim Entriegelungsvorgang wird ein Authentisierungsverfahren durchlaufen zwischen dem Car Access System (CAS) und der elektrischen Lenkungsverriegelung. Die elektrische Lenkungsverriegelung darf die Entriegelung nur nach einem positiven Ausgang des Authentisierungsverfahrens starten. Aus Sicherheitsgründen ist die elektrische Lenkungsverriegelung während der Fahrt nicht bestromt. Die elektrische Lenkungsverriegelung wird nur für den Entriegelungsvorgang oder den Verriegelungsvorgang mit Spannung versorgt.
Elektrische Lenkungsverriegelung entriegeln
Beim Einschalten der Klemme R wird der Entriegelungsvorgang
gestartet. Nach Erkennung einer gültigen Zugangsberechtigung
löst das CAS den Vorgang einer Entriegelung der elektrischen
Lenkungsverriegelung aus. Die CAS schaltet zunächst die elektrische
Lenkungsverriegelung ein. Danach werden der Fahrzeugzustand und
der Status der elektrischen Lenkungsverriegelung geprüft.
Anschließend wird eine kodierte Freigabe zur Entriegelung
gesendet. Nach Erhalt der gültigen Freigabe leitet die elektrische
Lenkungsverriegelung den Entriegelungsablauf ein. Der Antrieb der elektrischen
Lenkungsverriegelung wird in Richtung ”entriegeln” angesteuert.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Rohr Lenksäule |
2 |
Gehäusedeckel |
3 |
Antrieb mit Getriebe und Verriegelung |
|
|
Der Motor treibt über ein einstufiges Getriebe einen Mitnehmer an. Der Mitnehmer zieht den Sperrbolzen in die entriegelte Position, bis der Sicherungshebel einrastet. Die Endposition des Sicherungshebels wird durch den Hallsensor erfasst. Erkennt die elektrische Lenkungsverriegelung die Position ”entriegelt und gesichert” wird der Motor gestoppt. Dieser Status wird über K-CAN an das CAS gesendet. Vom CAS wird die Spannungsversorgung unterbrochen. Im stromlosen Zustand wird der Sicherungshebel automatisch verriegelt.
Hinweis! Startfreigabe durch das Car Access System.
Die Startfreigabe wird durch das CAS-Steuergerät erteilt. Eine Startfreigabe wird nur nach fehlerfreier Plausibilitätsprüfung erteilt. Das CAS-Steuergerät muss den Zustand ”entriegelt und gesichert” fehlerfrei erkennen. Für einen Motorstart muss das CAS die Spannungsversorgung der elektrischen Lenkungsverriegelung abgeschaltet haben.
Hinweis! Entriegelung bei Comfort Access
Bei Fahrzeugen mit Comfort Access ist die Fernbedienung auch ein Identifikationsgeber. Für das Entriegeln der elektrischen Lenkungsverriegelung muss ein gültiger Identifikationsgeber im Innenraum erkannt werden.
Elektrische Lenkungsverriegelung verriegeln
Wenn alle Bedingungen für eine Verriegelung erfüllt sind, leitet das CAS den Verriegelungsvorgang ein. Das CAS schaltet die Stromversorgung zur elektrischen Lenkungsverriegelung ein und überprüft dessen Status. Nach erfolgreicher Plausibilisierung des Status sendet das CAS die Freigabe zur Verriegelung an die elektrische Lenkungsverriegelung. Der Verriegelungsablauf wird gestartet. Der Motor treibt über ein einstufiges Getriebe einen Mitnehmer an. Der Mitnehmer zieht den Sperrbolzen in die verriegelte Position, bis der Sicherungshebel einrastet. Die Endposition des Sicherungshebels wird durch den Hallsensor erfasst. Erkennt die elektrische Lenkungsverriegelung die Position ”nicht entriegelt und gesichert”, wird der Motor gestoppt. Dieser Status wird über K-Bus an das CAS gesendet. Vom CAS wird die Spannungsversorgung unterbrochen. In stromlosen Zustand wird der Sicherungshebel automatisch verriegelt. Bei bereits fehlerfrei verriegelter elektrischer Lenkungsverriegelung wird kein Verriegelungsvorgang ausgeführt. Die elektrische Lenkungsverriegelung sendet erneut den aktuellen Status an das CAS-Steuergerät.
Hinweis! Verriegelung nur nach Fahrzeugstillstand.
Die elektrische Lenkungsverriegelung verriegelt nur,
wenn folgende Signale einen Fahrzeugstillstand signalisieren:
- Geschwindigkeitssignal
auf der seriellen Schnittstelle.
- Signal über
den Fahrzustand auf dem CAN-Bus.
Beide Signale müssen den Fahrzeugstillstand anzeigen. Diese Plausibilisierung findet nur beim Verriegelungsvorgang statt.
Verriegelung bei Comfort Access
Bei Comfort Access wird das Fahrzeug verriegelt, wenn der Taster am Türaußengriff berührt wird. Dabei verriegelt auch die elektrische Lenkungsverriegelung. Bei Fahrzeugen mit Comfort Access verriegelt die elektrische Lenkungsverriegelung unter folgenden Bedingungen, wenn der Motor gestartet war:
Wenn der Motor nicht gestartet war, verriegelt die elektrische
Lenkungsverriegelung nach Klemme R AUS und Tür öffnen.
Oder
bei Fahrzeug sichern, wenn Klemme R ein war.
Das CAS-Steuergerät ist das Master-Steuergerät für die Zentralverriegelung. Anhand der Bedienanforderung entscheidet das CAS, ob die Zentralverriegelung entriegelt, verriegelt oder gesichert wird.
Hinweis! Zentralsichern nur für bestimmte Länderausstattungen.
Einen Motor für Zentralsichern gibt es nicht in der US-Ausführung.
Die Zentralverriegelung der Türen, der Heckklappe sowie der Tankklappe wird von der Junction-Box-Elektronik (JBE) angesteuert.
Das CAS ist das Master-Steuergerät für die Fensterheber. Die Funktionen der Fensterheber sind durch diverse Länderausführungen stark abhängig von der Kodierung.
Die Fensterheber der Türen werden über
das Fußraummodul (FRM) angesteuert.
Bei Comfort Access ist statt der üblichen Fernbedienung ein Identifikationsgeber notwendig. Der Identifikationsgeber erfüllt auch die üblichen Funktionen der Fernbedienung. Mit Comfort Access können folgende Funktionen ausgeführt werden:
Das CAS-Steuergerät ist das Master-Steuergerät
für alle durch Comfort Access ausgeführten Funktionen.
Bei Fahrzeugen mit Comfort Access ist ein CA-Steuergerät eingebaut.
Im CAS ist der Fahrzeugauftrag gespeichert. Der Fahrzeugauftrag beschreibt den Fahrzeugtyp, die Länderausführung und die Sonderausstattungen. Redundant zur Instrumentenkombination sind im CAS gespeichert:
Fahrgestellnummer und Gesamtwegstreckenzähler dienen dem Manipulationsschutz. Die CBS-Daten sind für die regelmäßige Wartung im Service wichtig. Die CBS-Daten dürfen nicht verloren gehen. Die CBS-Daten werden innerhalb eines Fahrzyklus im Zündschlüssel bzw. Fernbedienung aktualisiert.
Ein Fahrzyklus ist definiert durch:
Zusätzlich ist eine verdeckte Servicefunktion bedienbar, um die CBS-Daten auf der Fernbedienung zu aktualisieren:
Hinweis! Verdeckte Servicefunktion im Notfall.
Bei Fehlern an der Verrastung gibt es eine verdeckte
Servicefunktion zum Einschalten der Klemme R. Dadurch können ”Liegenbleiber” vermieden
werden. Dazu 10 Sekunden lang auf die START-STOP-Taste
drücken.
Für die Diagnose des Car Access Systems folgende Informationen beachten:
Prüfung der Fernbedienung
Die Fernbedienung kann über das BMW Diagnosesystem geprüft werden. Wenn die Fernbedienung nicht funktioniert, folgendermaßen vorgehen:
Mit dem BMW Diagnosesystem kann mit den Steuergerätefunktionen des CAS die elektrische Feldstärke der Fernbedienung gemessen werden. Dazu muss auf eine der Tasten der Fernbedienung gedrückt werden. Wenn ein Wert für die Feldstärke ausgelesen wird, bedeutet das:
Hinweis! Abnehmende Feldstärke.
Bei wachsender Entfernung der Fernbedienung vom Fahrzeug nimmt die gemessene Feldstärke ab.
Nach einem Tausch des Car Access System (CAS) müssen folgende Schritte beachtet werden:
Der Abgleich zwischen dem CAS und der Digitalen Diesel Elektronik (DDE) befindet sich bei den Servicefunktionen. Beim Abgleich werden die Wechselcodes für die elektronische Wegfahrsperre (EWS, 3. Generation) initialisiert.
Einen Motor für Zentralsichern gibt es nicht in der US-Ausführung.
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