Diebstahlwarnanlage R56

Diebstahlwarnanlage R56

Die Diebstahlwarnanlage (DWA) erkennt und meldet Einbruchsversuche oder Manipulationen am Fahrzeug.

Die DWA überwacht die Kontakte an den Türen, der Heckklappe und der Motorhaube sowie den Status des Neigungsalarmgebers und der Innenraumüberwachung.

Die Diebstahlwarnanlage besteht aus dem Ultraschall-Innenraumschutz (USIS) mit 2 Ultraschall-Innenraumsensoren und der Sirene mit Neigungsalarmgeber.

Bei einem Versuch, das Fahrzeug aufzubrechen und in den Innenraum einzudringen, wird ein DWA-Alarm ausgelöst.
Der Neigungsalarmgeber (in der Sirene integriert) überwacht die Fahrzeugneigung. Der Neigungsalarmgeber erkennt das Anheben bzw. das Abschleppen des Fahrzeugs.

Der DWA-Alarm erfolgt akustisch und optisch:

Der Alarm kann länderabhängig kodiert sein. Z. B die optische Alarmausgabe (mit Warnblinken; mit Abblendlicht; mit Fernlicht) und die Alarmdauer (Intervall: 1-mal, 3-mal oder 8-mal).

Bauteil-Kurzbeschreibung

Folgende Bauteile für die Diebstahlwarnanlage (DWA) werden beschrieben:

DWA-Steuergerät

Die Software für die DWA ist in die Junction-Box-Elektronik (JBE) integriert. Die JBE steuert die DWA.
Alle relevanten Bauteile der DWA sind direkt oder indirekt (über den K-CAN) mit der JBE verbunden.

Die JBE ist auch das ausführende Steuergerät für die Zentralverriegelungsantriebe. Die JBE übernimmt die Ansteuerung aller Zentralverriegelungsantriebe.
Wenn vom CAS-Steuergerät z. B. das Entriegeln des Fahrzeugs freigegeben wird, werden die Türen entriegelt.

Die JBE ist Bestandteil der Junction Box. Die Junction Box ist ein Zusammenbau aus JBE und Stromverteiler. Der Stromverteiler versorgt die Sirene mit Neigungsalarmgeber mit Klemme 30.

JBE und Stromverteiler sind einzeln nicht tauschbar.

.

GR_FB6106021

Index

Erklärung

Index

Erklärung

1

Komfortzugang (CA Comfort Access)

2

Türaußengriff Fahrerseite mit Türkontakt Fahrerseite
sowie bei Ausstattung mit Komfortzugang Taster Türaußengriff Fahrerseite

3

Frontklappenkontaktschalter

4

Antennen-Diversity

5

Junction-Box-Elektronik (JBE) in der Junction Box

6

Spannungsverteiler in der Junction Box

7

Sirene mit Neigungsalarmgeber

8

Zentralverriegelungsantrieb Heckklappe

9

Ultraschall-Innenraumschutz (USIS) mit 2 Ultraschall-Innenraumsensoren

10

Türkontakt Beifahrerseite sowie bei Ausstattung mit Komfortzugang Taster Türaußengriff Beifahrerseite

11

Fußraummodul (FRM)

12

Car Access System (CAS)

13

DWA-Leuchtdioden (3 Leuchtdioden)

 

 

K-Bus

Karosserie-Bus

K-CAN

Karosserie-CAN

Kl. 30

Klemme 30

 

 


Ultraschall-Innenraumschutz

Der Ultraschall-Innenraumschutz (USIS) mit den 2 Ultraschall-Innenraumsensoren ist in der Dachbedieneinheit eingebaut. Die 2 Ultraschall-Innenraumsensoren überwachen den Fahrzeuginnenraum. Die Ultraschall-Innenraumsensoren sind Bewegungsmelder. Eine Bewegung wird festgestellt, wenn sich die Reflexion (Echo) der Schallwellen verändert.

 

GR_FB6106022

Index

Erklärung

Index

Erklärung

1

Abdeckung der Dachbedieneinheit

2

Ultraschall-Innenraumschutz (USIS) mit 2 Ultraschall-Innenraumsensoren


Sirene mit Neigungsalarmgeber

Die Sirene mit Neigungsalarmgeber gibt den akustischen DWA-Alarm aus. Zusätzlich zum DWA-Alarm kann über die Sirene eine akustische Rückmeldung bei Schärfen oder Entschärfen ausgegeben werden (Quittierungssignal kann länderabhängig kodiert sein; optische Rückmeldung einstellbar mittels Central Information Display (CID) und MINI Joystick).

Der Neigungsalarmgeber überwacht die horizontale Lage des Fahrzeugs (Neigungsüberwachung des Fahrzeugs in Längsrichtung und Querrichtung). Dadurch wird ein Anheben des Fahrzeugs für einen Diebstahl der Räder oder das Abschleppen des Fahrzeugs erkannt.

Die Abstellposition wird durch den aktuellen Längswinkel und Querwinkel gespeichert. Der Neigungsalarmgeber ermittelt alle 100 Millisekunden einen neuen Längswinkel und Querwinkel. Bei Überschreitung der Alarmschwelle löst die Junction-Box-Elektronik (JBE) Alarm aus. Nach einem ersten Alarm wird die Alarmschwelle herabgesetzt, was eine schnellere zweite Alarmauslösung zur Folge hat.

Die Sirene mit Neigungsalarmgeber besitzt eine eigene Spannungsversorgung (interne Batterien) und überwacht zusätzlich die Spannungsversorgung durch die Fahrzeugbatterie. Dadurch kann auch dann ein akustischer Alarm ausgegeben werden, wenn an der Versorgungsleitung zur Sirene mit Neigungsalarmgeber manipuliert wird.
Die internen Batterien sind nicht wieder aufladbar (Lebensdauer mindestens 10 Jahre bzw. 300 autarke Alarmauslösungen).

GR_FB6106026

Index

Erklärung

Index

Erklärung

1

Sirene mit Neigungsalarmgeber

 

 


Frontklappenkontaktschalter

Der Frontklappenkontaktschalter ist am CAS (Car Access System) angeschlossen. Dadurch wird die Frontklappe überwacht (offen bzw. geschlossen). Das CAS leitet die Botschaft auf dem K-CAN an die Junction-Box-Elektronik (JBE).

Türkontakt Fahrerseite und Beifahrerseite

Die Türkontakte Fahrerseite und Beifahrerseite sind am Fußraummodul (FRM) angeschlossen. Dadurch werden die Türen überwacht (offen bzw. geschlossen). Das FRM leitet die Botschaft auf dem K-CAN an die Junction-Box-Elektronik (JBE).

Heckklappenschlossschalter

Der Heckklappenschlossschalter ist im Zentralverriegelungsantrieb der Heckklappe integriert. Dadurch wird die Heckklappe überwacht (offen bzw. geschlossen). Der Zentralverriegelungsantrieb der Heckklappe ist an der Junction-Box-Elektronik (JBE) angeschlossen.

FRM: Fußraummodul

Das Fußraummodul steuert die Lichtanlage für den optischen DWA-Alarm an. Die Junction-Box-Elektronik (JBE) leitet die Anforderung auf dem K-CAN an das FRM weiter.

CAS: Car Access System

Das CAS überwacht die Zentralverriegelung und ist das Master-Steuergerät für alle Funktionen von Comfort Access.
Das CAS leitet die Signale auf dem K-CAN an die Junction-Box-Elektronik (JBE) weiter.

Das CAS liefert zudem folgende Signale:

DWA-Leuchtdioden

Die 3 DWA-Leuchtdioden zeigen die Zustände der Diebstahlwarnanlage (DWA) am Zusatzinstrument optisch an. Zudem sollen die 3 Leuchtdioden beim Schärfen der DWA eine bestimmte Zeit lang den ”Atem” bzw. den ”Herzschlag” des MINI simulieren, bevor auf das übliche ”Blinken” und ”Blitzen” umgeschaltet wird.
Alle 3 Leuchtdioden leuchten nur während der Simulation des ”Herzschlags”.
Zur Anzeige des aktuellen Zustands wird nur eine Leuchtdiode von der JBE angesteuert.
Die DWA-Leuchtdioden werden von der JBE über 2 Leitungen direkt angesteuert.

Folgende Anzeigen sind möglich:

GR_FB6106016

Index

Erklärung

Index

Erklärung

1

Zusatzinstrument

2

Anzeigebereich der DWA-Leuchtdioden

3

Lenkrad

 

 


Systemfunktionen

Folgende Systemfunktionen sind für die Diebstahlwarnanlage beschrieben:

Schärfen und Entschärfen

Die Diebstahlwarnanlage (DWA) wird mit dem Verriegeln/Sichern der Zentralverriegelung geschärft.
Verriegeln/Sichern setzt voraus:

Wenn alle für das Schärfen der DWA erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind, jedoch eine Klappe (Front- oder Heckklappe) oder eine Tür geöffnet ist, wird die DWA zwar geschärft, die betreffende Klappe (Front- oder Heckklappe) oder Tür allerdings nicht als Auslösequelle erkannt. Eine offen stehende Klappe (Front- oder Heckklappe) oder Tür wird erst nach dem Schließen von der DWA als gültige Auslösequelle erkannt.
Wenn beim Schärfen der DWA lediglich die Frontklappe geöffnet ist, wird die Innenraumüberwachung wie gewohnt aktiviert.

Wie die Innenraumüberwachung beginnt auch die Neigungsüberwachung erst nach dem Schließen der Türen und Klappen (Front- und Heckklappe). Nach der Aktivierung führt der Neigungsalarmgeber zunächst einen 30 Sekunden dauernden Referenzlauf aus. Erst nach dem Referenzlauf wird mit der Neigungsüberwachung begonnen.

Wenn während des Referenzlaufs die Heckklappe geöffnet wird, so wird der Referenzlauf unterbrochen. Nach dem Schließen der Heckklappe wird der Referenzlauf neu gestartet.
Wenn ein fehlerhafter Türkontakt oder Klappenkontakt erkannt wird, wird dieser als geschlossen angenommen.

Die Diebstahlwarnanlage wird mit dem Entriegeln der Zentralverriegelung entschärft. Als optische Rückmeldung wird die DWA-Leuchtdiode abgeschaltet und die Warnblinkanlage blinkt 2-mal. Abhängig von der Länderausführung kann zusätzlich ein kurzer Signalton von der Sirene ertönen.

Die Heckklappe kann auch bei geschärfter Diebstahlwarnanlage über die Fernbedienung entriegelt und geöffnet werden, ohne dass ein Alarm ausgelöst wird. Wenn die Heckklappe geöffnet wird, wird die Innenraum- und Neigungsüberwachung deaktiviert.
Die Innenraum- und Neigungsüberwachung wird wieder aktiviert, sobald die Heckklappe wieder geschlossen ist. Nach dem Schließen der Heckklappe wird der Referenzlauf gestartet.

Auslösen des DWA-Alarms (Alarmtriggersignal)

Ein DWA-Alarm wird ausgelöst, wenn bei geschärfter Diebstahlwarnanlage ein Alarmzustand erkannt wird.
Folgende Auslöser führen zu einem DWA-Alarm:

Wenn ein DWA-Alarm ausgelöst wird, aktiviert das DWA-Steuergerät den Lautsprecher der Sirene. Gleichzeitig sendet das DWA-Steuergerät ein Alarmsignal auf den K-CAN. Das Fußraummodul aktiviert den optischen Alarm über die Lichtanlage.

Alarmdauer:

Der DWA-Alarm wird 1-mal ausgeführt, d. h.:

Der DWA-Alarm wird bis zu 3-mal ausgeführt, d. h.:

Der Alarm kann länderabhängig kodiert sein.

Ein DWA-Alarm wird sofort abgebrochen unter folgenden Bedingungen:

Unterspannungserkennung, Überspannungserkennung, Überwachung der Fahrzeugbatterie (Batterieplusleitung und Batterieminusleitung)

Wenn die DWA geschärft ist, überwacht die Junction-Box-Elektronik (JBE) die Bordnetzspannung in einem Bereich zwischen 6,5 Volt und 18 Volt auf folgende Punkte:

Die Spannungsschwellen für Überspannung und Unterspannung müssen mindestens 250 Millisekunden lang erkannt werden.

Innenraum- und Neigungsüberwachung abschalten

Eine Deaktivierung der Innenraum- und Neigungsüberwachung ist unter folgenden Bedingungen sinnvoll:

Die Innenraum- und Neigungsüberwachung wird deaktiviert, wenn innerhalb von 10 Sekunden 2-mal der Befehl ”Verriegeln/Sichern” ausgeführt wird (z. B. mit der Fernbedienung).
Die DWA-Leuchtdiode signalisiert die Deaktivierung, indem sie innerhalb einer Sekunde 3-mal blinkt und dann für eine bestimmte Zeit den ”Herzschlag” simuliert. Nach Ablauf der Zeit blitzt die DWA-Leuchtdiode dauernd.

Notfunktion für den akustischen DWA-Alarm

Wenn die Sirene während des Alarms ausfällt, wird nur noch ein optischer DWA-Alarm ausgegeben.
Die Junction-Box-Elektronik sendet dazu eine Botschaft über den K-CAN an das Fußraummodul (FRM).

Überkreuzbedienung mittels Schließzylinder und Fernbedienung

Die Diebstahlwarnanlage (DWA) kann sowohl über das Türschloss (mit dem integrierten Schlüssel in der Fernbedienung) als auch über die Fernbedienung geschärft und entschärft werden (= Überkreuzbedienung).
Aufgrund von Versicherungsbestimmungen ist die Überkreuzbedingung in einigen Ländern ausgeschlossen.
Die DWA kann bei Entfall der Überkreuzbedienung zwar mit dem integrierten Schlüssel über das Türschloss geschärft werden, aber nicht über das Türschloss entschärft werden. (Bei einigen Länderausführungen löst die Alarmanlage aus, wenn über das Türschloss entriegelt wird.)
Ein Entschärfen ist nur über die Fernbedienung möglich.
Die Funktion der Überkreuzbedienung ist im Car Access System (CAS) kodierbar.

Zutrittsberechtigung (Passive Entry) über die Heckklappe

Mit Comfort Access (Komfortzugang) kann der Gepäckraum ohne aktive Benutzung des Identifikationsgebers geöffnet werden. Bedingung: Der Identifikationsgeber ist maximal 1,5 Meter von der Antenne im hinteren Stoßfänger entfernt.
Wenn beim Schließen der Heckklappe sich ein Identifikationsgeber im Gepäckraum befindet (und kein berechtigter Identifikationsgeber außerhalb), wird die Heckklappe wieder geöffnet. Der Benutzer wird bei Diebstahlwarnanlage darauf aufmerksam gemacht wie folgt:

Hinweise für den Service

Allgemeine Hinweise

Auslesen der Alarmspeicher
Im Alarmspeicher des DWA-Steuergeräts sind die letzten 10 DWA-Alarme gespeichert. Zu jedem Alarm werden dabei folgende Zusatzinformationen mit abgespeichert:

Länderausführungen

Länderausführung GB

Alarmdauer:

Der DWA-Alarm wird bis zu 8-mal ausgeführt (statt 1-mal oder bis zu 3-mal), d. h.:

Länderausführung US

Panikmodus

Durch den Panikmodus kann bei Bedrohung von außen bzw. bei einem Unfall die Aufmerksamkeit anderer erreicht werden (DWA-Alarm).

Die Belegung der Fernbedienung kann durch Kodierung geändert werden.
Die Taste für die Heckklappenentriegelung an der Fernbedienung funktioniert dann als Taste für den Panikmodus. Dazu muss die Taste für den Panikmodus 3 Sekunden lang gedrückt werden.
Der Panikmodus kann unabhängig vom DWA-Zustand (geschärft/entschärft) ausgelöst werden. Durch Drücken einer beliebigen Taste an der Fernbedienung wird der Panikmodus beendet.
Der Panikmodus wird nicht durch die DWA-Leuchtdioden angezeigt bzw. die DWA-Leuchtdioden verändern nicht ihren aktuellen Anzeigestatus.

Die Alarmdauer für den optischen Alarm im Panikmodus ist begrenzt auf 6 Minuten.

Die Alarmdauer für den akustischen Alarm im Panikmodus ist unbegrenzt (bis die Batterien leer sind).

 

 

Druckfehler, Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten.