Aussetzererkennung und Schlechtwegstreckenerkennung

Aussetzererkennung und Schlechtwegstreckenerkennung

Die Auswertung der Leerlaufruhe funktioniert nur im Leerlauf (kalt oder warm). Ein einzelner schlecht verbrennender Zylinder wird genau erkannt.
Die Schlechtwegstreckenerkennung erkennt den Schlechtwegebetrieb auf einer schlechten Fahrstrecke.

Bauteil-Kurzbeschreibung

Folgende Bauteile für die Aussetzererkennung werden beschrieben:

Kurbelwellensensor

Der Kurbelwellensensor erfasst die Position der Kurbelwelle mithilfe eines an die Kurbelwelle geschraubten Geberrades. Die DME berechnet daraus die Motordrehzahl. Der Kurbelwellensensor ist für die vollsequenzielle Einspritzung erforderlich (Einspritzung einzeln für jeden Zylinder optimal zum Zündzeitpunkt).

Durch das Signal vom Kurbelwellensensor wertet die DME zudem die Kurbelwellenbeschleunigung aus. Durch die Kurbelwellenbeschleunigung können Rückschlüsse auf die Verbrennungsqualität einzelner Zylinder gezogen werden.

GR_FB1206022

Index

Erklärung

Index

Erklärung

1

3-polige Steckverbindung

2

Kurbelwellensensor


Systemfunktionen

Folgende Systemfunktionen sind beschrieben:

Aussetzererkennung

Zur Fehlersuche werden die Laufruhewerte der einzelnen Zylinder angezeigt. Der Motor muss mindestens 3 Minuten im Leerlauf betrieben werden, damit sich brauchbare Werte einstellen. Die Auswertung der Leerlaufruhe funktioniert nur im Leerlauf (kalt oder warm). Ein einzelner schlecht verbrennender Zylinder wird genau erkannt. Zufällige Schwankungen des Laufruhewertes eines einzelnen Zylinders lassen sich nur durch genaue Beobachtung des Wertes erkennen. Bei theoretisch gleichmäßig verbrennendem Motor sind die Laufruhewerte 0 (gemittelt über alle Zylinder). Verschiedene Ursachen können zu erhöhten Laufruhewerten führen (z. B. Aussetzer, Falschluft, Gemischabweichungen, Störungen in der Kraftstoffversorgung, mangelnder Kompressionsdruck). Daher können keine exakten Regelgrenzen angegeben werden. Mithilfe des Kurbelwellensensors wird am Inkrementenrad die Motordrehzahl gemessen. Zusätzlich zur Drehzahlerfassung wird auch die Laufruhe des Motors (= Aussetzererkennung) überwacht. Zur Aussetzererkennung wird das Inkrementenrad im DME-Steuergerät entsprechend dem Zündabstand (zwischen 2 Zündvorgängen) in 2 Segmenten aufgeteilt. Im DME-Steuergerät wird die Periodendauer der einzelnen Segmente gemessen und statistisch ausgewertet. Für jeden Kennfeldwert sind die maximal zulässigen Werte für die Laufunruhe abgelegt (als Funktion von Drehzahl, Last und Motortemperatur). Wenn diese Werte bei einer bestimmten Anzahl von Verbrennungen überschritten werden, wird für einen als fehlerhaft erkannten Zylinder ein Fehlerspeichereintrag gespeichert.

Schlechtwegstreckenerkennung

Die Schlechtwegstreckenerkennung erkennt den Schlechtwegebetrieb auf einer schlechten Fahrstrecke (Überfahren von Steinen, Geröll oder Schlaglöchern) anhand der übermittelten Radbeschleunigung. Bei Schlechtwegstreckenerkennung wird ein Fehler gespeichert und die Aussetzererkennung kurzzeitig ausgeblendet. Die Ausblendung ist notwendig, da Schwingungen im Antriebsstrang durch schlechte Wege zu einer irrtümlichen Aussetzererkennung führen können. Umgekehrt ist es möglich, dass die Schlechtwegstreckenerkennung zu spät wirkt (erst nachdem bereits irrtümlich Aussetzer erkannt wurden). In diesem Fall werden die Verbrennungsaussetzer mithilfe der Schlechtwegstreckenerkennung als Falschdiagnose erkannt.

Druckfehler, Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten.