Der 4-Zylinder-Ottomotor ist durch
einen Abgasturbolader aufgeladen. Dabei sind im Abgaskrümmer
und im Abgasturbolader die Kanäle von jeweils 2 Zylindern
getrennt von einander zusammengefasst. Diese Technik wird als ”twin-scroll” bezeichnet.
Die Erhöhung der Gasdynamik im Abgaskrümmer bei
niedrigen Drehzahlen führt dazu, dass die Energie der pulsierenden
Gassäulen besser genutzt wird. Dadurch stellt sich das maximale
Drehmoment bereits bei 1600 1/min ein.
Der Effekt
ist deutlich spürbar. Das sonst häufig bemängelte ”Turboloch” wird
fast vollständig vermieden.
Folgende Bauteile für die Luftversorgung werden beschrieben:
Der kombinierte Sensor liefert dem DME-Steuergerät
die Informationen: Temperatur und den Druck der Ladeluft vor der
Drosselklappe (absolut).
Der Ansaugtemperatur- und
Ladedrucksensor dient der Ladedruckregelung.
Mit dem Signal
des Saugrohrdrucksensors gleicht das DME-Steuergerät
zudem die Stellung der Drosselklappe ab.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
4-polige Steckverbindung |
2 |
Ansaugtemperatur- und Ladedrucksensor |
Der Ansaugtemperatur- und Ladedrucksensor befindet sich im Luftkanal nach dem Ladeluftkühler.
Der Saugrohrdrucksensor misst den Druck in der Sauganlage
(absolut). Mit dem Signal vom Saugrohrdrucksensor berechnet die
DME die angesaugte Luftmasse. Der Druck dient zudem als Ersatzgröße
für das Lastsignal.

Index |
Erklärung |
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Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
3-polige Steckverbindung |
2 |
Saugrohrdrucksensor |
Der Saugrohrdrucksensor befindet sich auf dem Sammler für Ansaugluft.
Das DME-Steuergerät berechnet die Stellung
der Drosselklappe: aus der Stellung des Fahrpedals sowie der Drehmomentanforderung
anderer Steuergeräte. Die Stellung der Drosselklappe wird
im Drosselklappensteller berührungslos von 2 Hallsensoren überwacht.
Der Drosselklappensteller wird vom DME-Steuergerät
elektrisch geöffnet oder geschlossen.
Die Stellung
der Drosselklappe wird auch vom Ladedruck beeinflusst.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
6-polige Steckverbindung |
2 |
Drosselklappensteller |
Der Drosselklappensteller ist am Sammler für Ansaugluft befestigt.
Um das Auftreten von starken Schwingungen am Pumpenrad
bei plötzlichem Schließen der Drosselklappe
(z. B. beim Schaltvorgang) zu vermeiden, öffnet
das Schubumluftventil. Dadurch entsteht einen Kreislauf um den
Verdichter. Das Schubumluftventil verhindert ein ”Pumpen” gegen
die geschlossene Drosselklappe: verbesserte Motorakustik.
Zusätzlicher
Effekt: Der Abgasturbolader spricht schnell an, wenn die Drosselklappe wieder
geöffnet wird. Ohne Schubumluftventil würde der
Abgasturbolader gegen den Staudruck der geschlossenen Drosselklappe
arbeiten und langsamer werden. Beim Öffnen der Drosselklappe
würde der Abgasturbolader verzögert ansprechen.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Schubumluftventil |
2 |
Abgasturbolader |
3 |
Wastegate-Ventil (pneumatisch angesteuert) |
|
Das Schubumluftventil ist mit dem Wastegate-Ventil am Abgasturbolader befestigt.
Der Motor ist mit einem so genannten ”twin scroll” Abgasturbolader ausgestattet. Dabei sind im Abgaskrümmer und im Abgasturbolader die Kanäle von jeweils 2 Zylindern getrennt von einander zusammengefasst: Zylinder 1 und 4, Zylinder 2 und 3. Die Erhöhung der Gasdynamik im Abgaskrümmer bei niedrigen Drehzahlen führt dazu, dass die Energie der pulsierenden Gassäulen besser genutzt wird. Dadurch stellt sich das maximale Drehmoment bereits bei 1600 1/min ein. Das sonst häufig bemängelte ”Turboloch” wird fast vollständig vermieden.
Der Ladedruck wird von der DME über ein Wastegate-Ventil geregelt. Das Wastegate-Ventil wird pneumatisch von einer Membrandose verstellt. Ein elektropneumatischer Druckwandler beaufschlagt die Membrandose mit Unterdruck.
Zur Kühlung und Schmierung des Abgasturboladers sind jeweils 2 Anschlüsse am Abgasturbolader vorhanden. 2 Anschlüsse für den Motorkühlkreislauf sowie 2 Anschlüsse für den Ölkreislauf. Der Abgasturbolader wird durch eine separate Pumpe gekühlt. Das DME-Steuergerät schaltet die Turboladerkühlmittelpumpe nach Abstellen des Motors ein.
Der Heißfilm-Luftmassenmesser wird
in der US-Ausführung eingesetzt. Dadurch wird die
Genauigkeit der Lasterfassung erhöht. Diese Maßnahme
ist wegen der Abgasgesetzgebung notwendig. Das Signal des Ansauglufttemperatursensors
im HFM wird nicht verwendet.
Der Heißfilm-Luftmassenmesser
ist hinter dem Ansauggeräuschdämpfer.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
3-polige Steckverbindung |
2 |
Heißfilm-Luftmassenmesser |
Folgende Systemfunktion ist für die Luftversorgung beschrieben:
Die angesaugte Luftmasse wird nicht mehr direkt mit dem Luftmassenmesser gemessen,sondern von der DME berechnet. Für diese Berechnung ist in der DME eine Füllungsberechnung (Füllungsmodell) programmiert. In diese Berechnung gehen folgende Signale ein:
Die so berechnete Luftmasse wird abgeglichen mit:
Gegebenenfalls wird die berechnete Luftmasse korrigiert.
Bei einem Ausfall der Lambdasonde wird ein Fehler im Fehlerspeicher
der DME eingetragen (Plausibilisierung der Luftmasse). Der Abgleich
der berechneten Luftmasse entfällt in diesem Fall.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Ansaugtemperatur- und Ladedrucksensor |
2 |
Ladeluftkühler |
3 |
Schubumluftventil |
4 |
Abgasturbolader (twin-scroll) |
5 |
Wastegate |
6 |
elektropneumatischer Druckwandler |
7 |
Saugrohrdrucksensor |
8 |
Drosselklappensteller |
9 |
Motor |
10 |
Heißfilm-Luftmassenmesser (nur US) |
11 |
Ansauggeräuschdämpfer |
|
|
Der Ladedruck wird von der DME über ein Wastegate-Ventil auf maximal 0,8 bar geregelt. Über das Wastegate-Ventil wird ein Teil der Abgase an der Turbine vorbeigeführt. Das Wastegate-Ventil wird pneumatisch von einer Membrandose verstellt. Das Wastegate-Ventil kann variabel verstellt werden. Ein elektropneumatischer Druckwandler beaufschlagt die Membrandose mit Unterdruck. Die DME steuert den elektropneumatischen Druckwandler.
Für die Ladedruckregelung steht eine zusätzliche
Funktion zur Verfügung. Dabei wird der Ladedruck kurzzeitig
um ca. 150 mbar erhöht (ca. 12 Sekunden).
Die Erhöhung des Ladedrucks (Overboost) steht zwischen
ca. 1600 1/min bis ca. 5000 1/min zur Verfügung.
Dadurch ist eine Drehmomenterhöhung und Leistungserhöhung
bei gleich bleibender Drehzahl möglich.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Drehmoment |
2 |
Leistung |
3 |
Drehzahl |
4 |
Leistungskurve bei erhöhtem Ladedruck |
5 |
Drehmomentkurve bei erhöhtem Ladedruck |
|
|
Die Erhöhung des Ladedrucks wird von der DME
aktiviert, wenn das Fahrpedal sehr schnell durchgetreten wird.
Das DSC-Steuergerät liefert über
PT-CAN dem DME-Steuergerät das Signal über
die Fahrgeschwindigkeit. Das Signal wird für mehrere Funktionen
benötigt, wie z. B. für die Leerlaufregelung.
Für die Leerlaufregelung steuert die DME den Drosselklappensteller an.
Wenn
das Fahrzeug nicht steht, wird die Leerlaufdrehzahl auf einen festen
Wert gesteuert (knapp über der Drehzahl bei Fahrzeugstillstand).
Wenn die Fahrgeschwindigkeit gleich 0 km/h ist, wird die
Leerlaufdrehzahl geregelt (abhängig von Klimakompressor
EIN, eingelegter Fahrstufe bei Automatikgetriebe, Licht EIN).
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