Der 4-Zylinder-Ottomotor N14 erfüllt
die Abgasnorm EURO 4 bzw. LEVII in der US-Ausführung
(LEV = Low Emission Vehicle). Der Motor hat einen motornahen Katalysator.
In der US-Ausführung ist zusätzlich ein
Katalysator am Unterboden.
Für die Lambdaregelung
werden 2 Lambdasonden eingesetzt. Eine Breitband-Lambdasonde
(Fa. Bosch: Typ LSU 4.9) dient als Regelsonde vor dem motornahen Katalysator.
Eine Sprungsonde (Fa. NTK: Typ FLO) dient als Monitorsonde nach
dem Katalysator.
Folgende Bauteile für das Abgassystem werden beschrieben:
Die Sensorik der Breitband-Lambdasonde besteht
aus Keramikschichten aus Zirkondioxid (Laminat). Das im Laminat
eingefügte Heizelement sorgt schnell für die erforderliche
Betriebstemperatur von mindestens 750 °C. Die Breitband-Lambdasonde besitzt
2 Zellen, eine so genannte Messzelle und eine Referenzzelle. Die
beiden Zellen sind mit Elektroden aus Platin beschichtet.

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Abgas |
2 |
Messzelle |
3 |
Elektrode zum Heizen |
4 |
Elektrode der Messzelle |
5 |
Heizelement |
6 |
Spalt mit Umgebungsluft |
7 |
Keramikschicht |
8 |
Referenzzelle |
9 |
Elektrode der Referenzzelle |
10 |
Elektrode der Messzelle |
11 |
Elektrode der Messzelle |
12 |
Messspalt |
Mit der Breitband-Lambdasonde kann ein Kraftstoff-Luft-Verhältnis zwischen 0,6 und 2,5 stufenlos gemessen werden (stetige Kennlinie). Die Breitband-Lambdasonde arbeitet mit einer geringeren Heizleistung als eine konventionelle Lambdasonde. Zudem ist die Breitband-Lambdasonde schneller betriebsbereit. An der Messzelle wird Strom angelegt. Dadurch werden so viele Sauerstoffionen in die Referenzzelle gepumpt, bis sich zwischen den Elektroden der Referenzzelle eine Spannung von 450 mV einstellt. Der angelegte Strom an der Messzelle ist die Messgröße für das Kraftstoff-Luft-Verhältnis. Die Lambdaregelung kann dadurch jedes gewünschte Kraftstoff-Luft-Verhältnis im Brennraum herstellen.
Der Katalysator reduziert die Schadstoffemission:

Index |
Erklärung |
Index |
Erklärung |
|---|---|---|---|
1 |
Lambdasonde vor Katalysator |
2 |
Katalysator |
3 |
Lambdasonde nach Katalysator |
|
|
Die Digitale Motor Elektronik (DME) regelt zu jedem Zeitpunkt das Kraftstoff-Luft-Gemisch hinsichtlich folgender Kriterien:
Dazu erfasst die DME über die Lambdasonden den Sauerstoffgehalt im Abgas und korrigiert anhand dieser Daten die Einspritzmenge.
Ein in der DME integriertes Modell für die Abgastemperatur erfüllt unter anderem folgende Vorgaben:
Folgende Systemfunktion ist für das Abgassystem beschrieben:
Für eine vollständige und einwandfreie Verbrennung ist ein Kraftstoff-Luft-Verhältnis von 1 Kilogramm Kraftstoff und ca. 14,7 Kilogramm Luft notwendig. Die Luftmenge entspricht etwa 11 Kubikmetern. Das Verhältnis der tatsächlich zugeführten Luftmenge zur stöchiometrischen Luftmenge wird als Lambda bezeichnet. Im Normalbetrieb des Fahrzeugs schwankt der Wert Lambda. Der Motor hat seine beste Leistung bei Luftmangel (Lambda ca. 0,9 = fettes Gemisch). Der Motor hat seinen niedrigsten Verbrauch bei Luftüberschuss (Lambda ca. 1,1 = mageres Gemisch). Der Katalysator erzielt die beste Reduzierung der Schadstoffemission, wenn sich das Gemisch im Bereich Lambda = 1 befindet. Die Konvertierungsrate, also der Anteil der umgewandelten Schadstoffe, beträgt bei modernen Katalysatoren 98 bis nahezu 100 Prozent. Die optimale Zusammensetzung des Kraftstoff-Luft-Gemisches wird von der Digitalen Motor Elektronik (DME) gesteuert. Die Lambdasonden liefern dabei die wesentlichen Informationen über die Abgaszusammensetzung.
Die vordere Lambdasonde misst ständig den Restsauerstoff
im Abgas. Die schwankenden Werte des Restsauerstoffs werden als
Spannungssignal an das DME-Steuergerät weitergegeben.
Die DME korrigiert die Gemischzusammensetzung durch die Einspritzung.
Hinter dem Katalysator ist eine zweite Lambdasonde eingebaut (Monitorsonde).
Der Katalysator hat eine hohe Sauerstoffspeicherfähigkeit.
Dadurch befindet sich hinter dem Katalysator nur noch wenig Sauerstoff.
Die Monitorsonde gibt eine nahezu konstante (gedämpfte)
Spannung aus. Mit zunehmendem Alter nimmt die Sauerstoffspeicherfähigkeit
des Katalysators ab. Die Monitorsonde reagiert dann zunehmend mit
Spannungsschwankungen auf Lambdaabweichungen. Dieses Verhalten wird über
eine spezielle Diagnosefunktion zur Katalysatorüberwachung genützt.
Eine Fehlfunktion des Katalysators wird durch die Emissionswarnleuchte angezeigt.
Achtung! Steckverbindung der Breitband-Lambdasonde vor Verschmutzung schützen.
Die Breitband-Lambdasonde benötigt
Umgebungsluft im Inneren der Sonde. Die Umgebungsluft gelangt über
die Steckverbindung durch das Kabel in das Innere. Deshalb muss
die Steckverbindung vor Verschmutzung z. B. Wachs oder Konservierungsmittel
geschützt werden. Bei Fehlern in der Lambdaregelung muss
die Steckverbindung an der Breitband-Lambdasonde auf Verschmutzung
kontrolliert werden. Gegebenenfalls muss die Steckverbindung gereinigt
werden.
Folgende Überwachungsfunktionen prüfen den Zustand der Abgasanlage:
CO-Abgleich
Die Kohlenmonoxidemission im Leerlauf wird bei Fahrzeugen ohne Lambdaregelung über das BMW Diagnosesystem eingestellt. Dabei werden die Abgleichwerte vorgegeben.
Lambdaadaption
Die Lambdaadaption (Gemischadaption) dient zum Ausgleich
von Gemisch beeinflussenden Bauteiltoleranzen und Alterungseinflüssen.
Faktoren wie z. B. Falschluft und Kraftstoffdruck wirken
ebenfalls auf die Lambdaadaption (teilweiser Ausgleich). Aus diesen
Gründen können keine exakten Regelgrenzen für
einen Fehler angegeben werden.
Bei der Lambdaadaption wird
unterschieden wie folgt:
Die additive Gemischadaption wirkt im Leerlauf beziehungsweise im Bereich nahe dem Leerlauf. Mit zunehmender Motordrehzahl wird der Einfluss immer geringer. Die multiplikative Gemischadaption wirkt über das gesamte Kennfeld. Wichtiger Faktor ist z. B. der Kraftstoffdruck.
Mit der Servicefunktion ”Adaptionswerte zurücksetzen” können die Adaptionswerte sowie die Ausstattungsvarianten auf den Auslieferzustand zurückgesetzt werden. Danach müssen die Adaptionswerte neu gelernt werden. Zum Lernen der Werte für die Gemischadaption ist ein längerer Betrieb zwischen Leerlauf und Teillast erforderlich.
Katalysatordiagnose
Die Katalysatordiagnose arbeitet mit stetigen Lambdasonden vor und Sprungsonden hinter dem Katalysator. Die Diagnose überprüft die Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators. Die Sauerstoffspeicherfähigkeit ist ein Maß für die Konvertierungsfähigkeit des Katalysators. Dazu wird während der 1. Phase der Katalysatordiagnose (ca. 3 Sekunden) ein fettes Gemisch vorgegeben, bis die Lambdasondenspannung einen festgelegten Wert erreicht. Da fettes Abgas sauerstoffarm ist, nimmt der gespeicherte Sauerstoff im Katalysator ab. In der 2. Phase wird ein mageres Gemisch mit sauerstoffreichem Abgas eingestellt. Je länger die Zeitdauer bis zum Erreichen der maximalen Sauerstoffspeicherfähigkeit ist, desto höher ist die Konvertierungsfähigkeit des Katalysators.
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