Die Abgasrückführungsregelung hat die Aufgabe, die dem Motor zugeführte Frischluftmasse im Hinblick auf eine saubere Verbrennung günstig einzustellen. Da die Summe aus Frischluftmasse und rückgeführter Abgasmasse (sogenannter Motordurchsatz) in jedem Betriebspunkt des Motors in etwa konstant ist, wird durch die Luftmasse indirekt auch die rückgeführte Abgasmasse eingestellt. Die Abgasrückführung berechnet eine Sollposition für das AGR-Ventil und für die Drosselklappe.
Im vorliegenden Motor handelt es sich um eine AGR-Ventil mit elektrischer Ansteuerung.
Das DDE-Steuergerät steuert die AGR-Ventile mit einem Rechtecksignal mit Tastverhältnissen (d.h. veränderliche Pulsweiten) zwischen 0 % und 60 % an. Bei dem vorhandenen Öffnungsquerschnitt des AGR ist damit eine Abgasrückführung von 0 bis 60 kg/h möglich.
Bei Erhöhung der Abgasrückführrate auf etwa 20 % können die Stickoxidemissionen beträchtlich gesenkt werden. Bei weiterer Erhöhung der Abgasrückführrate sinken diese Emissionen zwar weiterhin, jedoch steigen Kohlenmonoxidemissionen und Chlorwasserstoffemissionen. Zudem steigt mit der weiteren Erhöhung der Abgasrückführrate der spezifische Kraftstoffverbrauch des Motors. Eine Erhöhung über den Wert von ca. 40 % lässt die Kohlenmonoxidemissionen rapide ansteigen.
Die Menge des rückgeführten Abgases beeinflusst die Masse der angesaugten Frischluft: Je mehr Abgas rückgeführt wird, desto weniger Frischluft wird angesaugt. Wie viel Frischluftmasse der Motor bei abgeschalteter AGR in jedem Betriebspunkt durchsetzt, ist bekannt. So ist also die Reduzierung der angesaugten Frischluftmasse durch die Abgasrückführung ein Maß für die Menge des rückgeführten Abgases. Die Regelung stellt während des Betriebs das Tastverhältnis am Stellantrieb so ein, dass die für den Betriebspunkt festgelegte Soll-Frischluftmasse angesaugt wird.
In Abhängigkeit von der Drehzahl und der eingespritzten Kraftstoffmenge wird eine Basissollwert für die Luftmasse ermittelt. Dieser Wert wird abhängig von Atmosphärendruck, Lufttemperatur, Kühlwassertemperatur und der Motordrehzahl korrigiert. Dem so bestimmten stationären Sollwert werden Daten der Wunscheinspritzmenge überlagert.
Der Abgleich Abgasrückführung (Servicefunktion) beeinflusst den Sollwert der Abgasrückführung zusätzlich.
Diagnosehinweis:
Beim Überprüfen der Referenzwerte für Luftmasse in den Steuergerätefunktionen <Diagnoseabfragen>/<-Motorbetriebswerte>/<Luftmasse Soll> ist zu beachten, dass dieser Referenzwert nur bei eingeschalteter AGR aussagekräftig ist !